Arbeitsgebiete

Allgemeine Chirurgie

Wir bieten Ihnen eine kompetente und unkomplizierte Therapie aller häufigen chirurgischen Probleme. Kleinere Eingriffe sind direkt im Operationssaal unserer Praxis möglich.

Die Allgemeinchirurgie umfasst die chirurgische Versorgung häufiger Erkrankungen wie z. B. Krampfadern, Hernien, Gallenblasen- und Blinddarmentzündungen, aber auch eingewachsene Zehennägel und Hautveränderungen. Als Gruppenpraxis haben wir die Möglichkeit, Ihnen den bestmöglichen Ansprechpartner für Ihr Problem zu vermitteln und eine durchgehende Betreuung zu gewährleisten – sogar in der Ferienzeit und an Feiertagen. Eingriffe, die in lokaler Betäubung möglich sind, können wir direkt in unserem praxiseigenen Operationssaal durchführen, was Ihnen lange Wartezeiten und zusätzliche Termine erspart. Bei allen Eingriffen, die eine Narkose erfordern, arbeiten wir mit den Hirslanden Kliniken «Linde Biel» und «Permanence Bern» zusammen. Moderne und minimalinvasive Techniken gehören für uns zum Standard.

Operationen der Haut und Unterhaut

Operationen der Haut und der Unterhaut betreffen meist kleinere Geschwülste (Tumore), welche in den allermeisten Fällen gutartiger Natur sind. Häufig handelt es sich um sogenannte Lipome (Fettgewebsgeschwulst), welche von wenigen Millimeter bis über 20 Zentimeter gross werden können. Ein weiterer häufiger Grund für eine Operation im Bereich der Haut und Unterhaut (Subkutis) sind Atherome (Talg-Zysten). Daneben finden sich aber auch bösartige Hauterkrankungen wie der weisse Hautkrebs (Basaliom), der schwarze Hautkrebs (Melanom) sowie entzündliche Veränderungen wie Gewebseiterungen (Abszesse).

Sämtliche Veränderungen im Bereich der Haut oder des Unterhautfettgewebes, die entfernt werden müssen, werden zunächst in der Sprechstunde beurteilt. Wenn aus der Anmeldung der Betroffenen schon hervorgeht, dass eine Entfernung in lokaler Betäubung möglich ist, planen wir dafür bereits entsprechend Zeit in die Erstkonsultation ein. Für Patientinnen und Patienten hat dies den Vorteil, dass sie keine Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.

Je nach Lokalisation des Befunds und seiner Grösse ist die Entfernung oft in lokaler Betäubung möglich. Dabei wird der betroffene Bereich spindelförmig ausgeschnitten, damit die Haut nachher wieder direkt verschlossen werden kann. Liegt eine Entzündung vor, ist ein sofortiger (primärer) Hautverschluss aber oft nicht möglich – andernfalls würde die Entzündung erneut aufflammen. In derartigen Fällen ist eine sogenannte offene Wundbehandlung erforderlich. Dabei heilt die Wunde sekundär zu. Je nach Grösse kann dies einige Tage oder bis zu vier Wochen dauern. Häufig setzen wir dafür die sogenannte Vakuumtherapie ein. Mithilfe eines geschlossenen Schwamm-Unterdrucksystems (VAC-Verband) lässt sich die Heilungszeit deutlich verkürzen. Zwar bedeutet dieses Vorgehen einen erhöhten technischen Aufwand, aber der Vorteil für die Behandelten ist offensichtlich. Auch deshalb werden die Kosten für diese Behandlung vollumfänglich von der Krankenkasse übernommen.

Besteht der Verdacht einer bösartigen Hautveränderung, erfolgt die Entfernung (Exzision) mit einem Sicherheitsabstand. Das herausgeschnittene Präparat wird dann zur sogenannten histologischen Untersuchung eingesandt.

Krampfadern (Varizen)

Krampfadern sind Aussackungen des oberflächlichen Venensystems. Diese treten vor allem im Bereich der Beine auf. Das menschliche Blut wird vom Herz ausgehend über die Arterien in den Körper verteilt. Der Rückfluss erfolgt mehr oder weniger passiv über das Venensystem, welches mit Klappen ausgestattet ist. Diese Klappen sind bei einer Varizenerkrankung defekt. Dadurch kann der Rücktransport des Bluts vom oberflächlichen in das tiefe Venensystem nicht mehr im vollen Masse erfolgen. Es kommt in der Folge zu einem erhöhten Druck in den Venen, welche dann Aussackungen bilden. Da sich diese oberflächlichen Venen unmittelbar unter der Haut befinden, treten Sie sichtbar zum Vorschein. An sich handelt es sich bei Krampfadern um eine gutartige Erkrankung. Für Betroffene können sie nichtsdestotrotz belastend sein.

Als typische, vor allem abends auftretende Symptome gelten geschwollene Beine, Schweregefühl, Spannungsgefühl und Juckreiz. Zusätzlich können sich oberflächliche Venenentzündungen (Thrombophlebitis) bilden. Bei langjährigem Verlauf können aufgrund des erhöhten Drucks unmittelbar unter der Haut sogenannte Ulzerationen (offene Beine) entstehen. Diese sind nur mit sehr hohem technischen Aufwand wieder zur Abheilung zu bringen und für den Patienten meistens mit einer sehr langen Krankheitsgeschichte verbunden.

Diagnose

Schon rein optisch lassen sich die Krampfadern klar lokalisieren. Es ist jedoch entscheidend, klar zu differenzieren, welche Venenabschnitte tatsächlich defekt sind und welche unter Umständen erhalten bleiben können. Zusätzlich muss zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass das tiefe Venensystem im betroffenen Bein vollständig intakt ist. Wäre dies nicht der Fall und man würde dennoch eine Krampfaderoperation durchführen, könnte unter Umständen der Rücktransport des Bluts aus dem betroffenen Bein massiv gestört sein.

Um eine exakte Diagnose zu stellen, ist es daher heute Standard, vor einer Krampfaderoperation eine sogenannte Venenabklärung mittels Ultraschall durchzuführen. Wir führen diese Abklärung nicht selber durch, sondern weisen die Patientinnen und Patienten einem Venenspezialisten (Angiologen) zu. Nach erfolgter Untersuchung entscheiden wir zusammen mit den Patientinnen und Patienten, welche Art der Behandlung möglich ist.

Therapie

Je nach klinischem und Ultraschall-Befund entscheiden wir in der Sprechstunde zusammen mit der Patientin oder dem Patient, ob eine sogenannte endoluminale Therapie mit Laser oder eine herkömmliche Krampfaderoperation erforderlich ist.

Endoluminale Therapie:

Im Rahmen einer Endoluminalen Therapie wird unter Ultraschallkontrolle der untere Venenanteil aufgesucht und in lokaler Betäubung eine feine Sonde in die Vene eingeführt. Dann wird erneut unter Ultraschallkontrolle die Vene wenn möglich auf gesamter Länge von innen mit dem Laser stark erhitzt, sodass sich die Vene zusammenzieht und dann für den Rücktransportes des Bluts nicht mehr zur Verfügung steht. Der Blutfluss wird dadurch automatisch durch die anderen Venen umgeleitet. Je nach Ausmass der zu behandelnden Venen kann der Eingriff 30 bis 90 Minuten in Anspruch nehmen. Er kann problemlos ambulant durchgeführt werden.

Herkömmliche Krampfaderoperation:

Hierbei wird der Zusammenfluss des oberflächlichen und des tiefen Venensystems auf Höhe der Leiste oder der Kniekehle (je nachdem, welches Venensystem betroffen ist) aufgesucht. Die oberflächlichen Venen werden unmittelbar am Abgang zum tiefen System mittels Unterunterbindungen abgehängt. Anschliessend wird ein dünner Draht in die Vene eingeführt und nach unten in Richtung Unterschenkel vorgeschoben. Der Draht wird an der Vene befestigt. Anschliessend lässt sich die Vene auf ihrer gesamten Länge von oben nach unten aus dem Bein ziehen. Wenn nur ein Bein betroffen ist, kann auch dieser Eingriff ambulant durchgeführt werden. Eine OP an beiden Beinen erfolgt unter stationären Bedingungen.

Bei beiden Therapiemöglichkeiten ist anschliessend das Tragen von Stützstrümpfen für mindestens sechs Wochen unbedingt erforderlich. Die Erfolgschancen der zwei Therapien sind gleich hoch. Eine individuelle Behandlung kann daher ganz an die anatomischen Gegebenheiten und die Wünsche der Patientin bzw. des Patienten angepasst werden.

Nach sechs Wochen sehen wir die Operierten wieder in unserer Sprechstunde. Je nach Heilungsverlauf kann dann die sogenannte Kompressionstherapie mit den Stützstrümpfen beendet werden.

Schleimbeutelerkrankungen (Bursitis)

Schleimbeutel sind an praktisch allen Gelenken des Körpers zu finden. Insbesondere an sehr exponierten Gelenken wie Ellenbogen oder Knie können durch oberflächliche Verletzungen und dadurch eintretenden Bakterien Entzündungen auftreten. Zusätzlich kann bei ausgesprochener mechanischer Beanspruchung (z. B. häufiger kniender Arbeitsposition oder Abstützen der Ellenbogen) ein chronischer mechanischer Reiz entstehen.

Symptome

Zu Beginn sind die Beschwerden oft sehr unspezifisch: Ein chronisches Druckgefühl oder ein leichtes Ziehen können Anfangsbeschwerden sein. In einer nächsten Phase treten deutliche Druckschmerzen und eine tastbare Schwellung auf. Zusätzlich lässt sich häufig eine Überwärmung und Rötung des betroffenen Gelenkes beobachten.

Diagnose

Eine Diagnose lässt sich aufgrund der klinischen Untersuchung meist zweifelsfrei stellen. Unterstützend sind manchmal eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgendarstellung des betroffenen Gelenks erforderlich.

Therapie

Man unterscheidet die sogenannte konservative von der operativen Behandlung.

Konservative Therapie:

Die konservative Therapie lässt sich nur im Anfangsstadium erfolgreich durchführen. Diese ist gekennzeichnet durch eine Ruhigstellung des Gelenks. Zusätzlich werden Schmerzmittel verabreicht und lokal gekühlt. Je nach Ausmass kann auch eine Antibiotikatherapie verordnet werden.

Operative Behandlung:

Führt die konservative Therapie nicht zum Erfolg, muss eine Operation durchgeführt werden. Hierbei wird in erster Linie versucht, die meist eitrige Entzündung abfliessen zu lassen. In der akuten Situation kann entzündungsbedingt kaum zwischen Schleimbeutel und Haut unterschieden werden. Aus diesem Grund wird der Schleimbeutel wenn möglich nicht entfernt, sondern nur eröffnet. Anschliessend kann mit einer gleichzeitigen Ruhigstellung und Antibiotikatherapie die entzündliche Reaktion zum Abklingen gebracht werden. Meistens ist dann in einer zweiten Operation die vollständige Entfernung des Schleimbeutels erforderlich.

Gallenblase

Die Gallenblase ist für die Speicherung der aktuell nicht für die Verdauung gebrauchte Gallenflüssigkeit verantwortlich. Gallenflüssigkeit wird in der Leber produziert und über hormonelle Reize, ausgelöst durch die Nahrungsaufnahme, über die Gallenwege in den Zwölffingerdarm abgegeben. Gallenflüssigkeit, die nicht für die Verdauung gebraucht wird, kann in der Gallenblase zwischengelagert werden. Über Jahre hinweg können sich Bestandteile der Gallenflüssigkeit absetzen und verklumpen. Es bilden sich kleinste Festkörper (Konkremente), welche unter Umständen immer grösser werden, sodass regelrechte «Steine» ausgebildet werden.

Statistisch gesehen bilden etwa 15 bis 20 Prozent aller Menschen Gallensteine aus. Aber nur bei etwa der Hälfte der Betroffenen zeigen sich im Laufe ihres Lebens auch Symptome.

Sogenannte Gallenkoliken treten auf, wenn sich kleinste Konkremente aus der Gallenblase heraus in die ableitenden Gallenwege begeben haben und dort zu einer Abflussbehinderung führen. Da die Gallenwege Muskelschläuche sind, können sich diese krampfartig zusammenziehen, was sich als Gallenkolik bemerkbar macht.

Kommt es gleichzeitig noch zu einer entzündlichen Reaktion durch aus dem Darm aufgestiegene Bakterien, reden wir von einer Gallenblasenentzündung.

Symptome

Häufig treten dumpfe bis krampfartige Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauchs auf. Die Schmerzen können aber auch in die rechte Schulter oder den rechten Rücken ausstrahlen. Häufig begleitet sind diese mit Völlegefühl, Übelkeit und teilweise Erbrechen. Bei einer ausgeprägten Entzündung können auch noch Fieber, Abgeschlagenheit und ein schweres Krankheitsgefühl auftreten. Die Maximalvariante stellt die im Volksmund Blutvergiftung genannte Erkrankung dar.

Bei der klinischen Untersuchung findet sich ein sehr schmerzempfindliches Areal vor allem rechtsseitig unter dem Rippenbogen. Die Diagnose wird meistens mittels Ultraschall oder Computertomografie gesichert.

Therapie

Liegt eine Gallenblasenentzündung bei gleichzeitigen Gallenstein (Cholecystitis bei Lithiasis) vor, ist die operative Entfernung der Gallenblase die Therapie der Wahl. Unter Umständen wird vor der Operation noch eine Antibiotikabehandlung eingeleitet. Deuten sowohl die Laboruntersuchung als auch der Ultraschall darauf hin, dass ein kleines Konkrement den Gallengang vollständig verstopft haben könnte, muss das Konkrement vor der Operation entfernt werden. Dies gelingt über eine erweiterte Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung mit Darstellung der Gallenwege (ERCP). Ist der Gallengang freigeräumt und der Abfluss wieder gewährleistet, muss unter Umständen nicht notfallmässig operiert werden. In jedem Fall empfehlen wir aber, die Gallenblase im Laufe der nächsten sechs bis acht Wochen zu entfernen.

Operation

Bei den allermeisten Patienten kann die Gallenblase mittels der sogenannten Schlüssellochmethode (Laparoskopie) entfernt werden. Dabei wird am Bauchnabel über einen etwa zwei Zentimeter grossen Schnitt eine Kamera in den Bauchraum eingeführt. Anschliessend werden zwei bis vier weitere kleine Schnitte gesetzt, um mit Instrumenten in den Bauchraum zu gelangen. Daraufhin kann unter visueller Kontrolle am Monitor die Gallenblase aus der Verwachsung mit der Leber vollständig herausgelöst und die Gallenwege dargestellt werden. Anschliessend – wenn die Anatomie zweifelsfrei sichtbar ist – wird die Gallenblase mittels Clips verschlossen und komplett mit den innenliegenden Steinen entfernt.

In seltenen Fällen, meist im Rahmen von starken Entzündungen, lässt sich die Operation nicht mit der laparoskopischen Technik vollenden. Dann ist es unter Umständen erforderlich einen sogenannten Rippenbogenrandschnitt (parallel zum rechten Rippenbogen) durchzuführen und so die Gallenblase in herkömmlicher Methode zu entfernen.
Ein Gallenblasen-Eingriff kann nur in Vollnarkose und unter stationären Bedingungen durchgeführt werden. Die meisten Patienten bleiben dafür zwei bis vier Tage im Spital. Unmittelbar nach der Operation kann die Nahrungsaufnahme (Kostaufbau) wieder gestartet werden. Nach der Entfernung der Gallenblase gibt es keinerlei Einschränkung für Patientinnen und Patienten bezüglich der weiteren Ernährung. Alles, was bisher gegessen wurde, kann auch weiterhin aufgenommen werden.

Gallenblasen-Polyp

Wie in anderen Organen, etwa dem Dickdarm, können auch in der Gallenblase Schleimhautwucherungen (Polypen) entstehen. Diese sind an sich noch kein Krebs, haben aber ebenfalls wie im Darm eine Tendenz zu entarten, das heisst bösartig zu werden.

Findet man im Ultraschall einen solchen Polypen und ist er weniger als einen Zentimeter gross, so sollte dieser innert sechs bis zwölf Monaten mittels erneutem Ultraschall auf Grössenzunahme untersucht werden. Ab einer Grösse von einem Zentimeter besteht die dringende Empfehlung zur Entfernung des Polypen mitsamt der Gallenblase, da die Wahrscheinlichkeit zum Übergang in ein bösartigen Tumor deutlich ansteigt. 

Gallenblasen-Krebs

Gallenblasen-Krebs (Gallenblasen-Karzinome) ist selten. Die Ursachen sind nicht ganz klar, aber chronische Entzündungen und Polypen der Gallenblase scheinen unter anderem Risikofaktoren darzustellen. Oft wird der Gallenblasen-Krebs zufällig im Rahmen der routinemässig durchgeführten histologischen Untersuchung der Gallenblase nach einer geplanten Operation entdeckt. In jedem Fall erfolgt dann eine Besprechung des weiteren Vorgehens in einem Gremium von Krebsspezialisten (Tumorboard), an welchem wir wöchentlich teilnehmen.

Je nach Tumorstadium ist eine Chemotherapie und eine zusätzliche Teilentfernung der Leber erforderlich. Alle therapeutischen Schritte werden Ihnen durch uns genau erklärt und organisiert.

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom (Carpal-Tunnel-Syndrom oder CTS) ist ein Schmerzsyndrom im Bereich des Finger, welches oft durch Gefühlsstörungen begleitet wird. Ursache ist die Einengung eines Nervs (des sogenannten Nervus medianus) im Bereich des Handgelenks. Hier verläuft dieser Nerv zusammen mit einigen Beugesehnen der Finger durch einen engen Durchgang – den sogenannten Karpaltunnel. Dieser wird von den Handwurzelknochen und von einem zwei bis vier Zentimeter breiten, bindegewebigen Band gebildet.

Der Nervus medianus versorgt Daumen, Zeige-, Mittel- und Teile des Ringfingers sensibel, das heisst er ist für die Weiterleitung von Gefühlsreizen zuständig. Kommt es zu einem dauerhaften Druck auf den Nerv durch eine Einengung des Kanals, resultieren typische Nervenbeschwerden. Dazu gehören Taubheitsgefühle, ein Kribbeln und «Einschlafen» im Bereich dieser Finger, manchmal auch brennende Schmerzen. Die Beschwerden sind oft nachts am stärksten oder bei länger anhaltender gleicher Stellung der Hand, zum Beispiel beim Autofahren oder Lesen. Die Ursache der Einengung ist oft unklar, und Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Diagnose

Oft ist die Diagnose bereits durch die typischen Beschwerden klar. Zur Diagnosesicherung sollten aber neurologische Nervenmessungen durchgeführt werden.

Behandlung

Nicht immer muss operiert werden. Bei milden oder seit kurzem bestehenden Beschwerden kann man oft konservativ behandeln, zum Beispiel mit einer Handgelenksschiene, die nachts getragen wird, und einem entzündungshemmenden, abschwellenden Medikament. Man kann auch mit einer feinen Injektionsnadel lokal ein Kortisonpräparat spritzen. Diese Massnahme hilft meist aber nur für wenige Wochen. Lange bestehende Beschwerden können zu einer Schädigung des Nervs führen, die sich eventuell nicht mehr vollständig erholt. Bei fortbestehenden oder starken Beschwerden ist deshalb eine rasche Operation sinnvoll.

Operation:

Bei der operativen Behandlung des Karpaltunnelsyndroms wird der Nerv aus seiner Einklemmung befreit, indem man das bindegewebige Band durchtrennt, welches das Dach des Karpaltunnels bildet. Der Eingriff erfolgt ambulant und normalerweise in Regionalanästhesie, das heisst ohne Vollnarkose.

Nachbehandlung

Nach der Operation erhalten Patientinnen und Patienten eine Handgelenksschiene, welche die Finger freilässt. Diese Schiene muss bis zur Fadenentfernung nach zwei Wochen regelmässig getragen werden. Die Finger sollen jedoch mehrmals täglich bewegt werden.

Erfolgschancen

Nach rund sechs bis acht Wochen ist die Hand wieder voll belastbar. Die Narbe kann für drei bis vier Monate empfindlich reagieren. Meist verringern sich die nächtlichen Beschwerden schon direkt nach der Operation. Bei längeren Taubheitsgefühlen vor der Operation kann die Regenerationszeit des Nervs aber auch bis zu sechs Monate dauern.

Die Karpaltunnel-Operation ist eine häufig durchgeführte Operationen und hat eine Erfolgsrate von über 90 Prozent. Rückfälle sind sehr selten

Chronische Wunden

Chronische Wunden gehören zu den häufigen Beschwerden. Sie treten insbesondere an den Unterschenkeln auf und benötigen leider oft lange zur Ausheilung. Das ist uns durchaus bewusst – und wir investieren gerne unsere Zeit zusammen mit unseren Patientinnen und Patienten.

Meist sind ältere und kranke Menschen von chronischen Wunden betroffen. Sehr oft existiert keine einzelne Ursache für die Beschwerden, sondern es spielen mehrere Erkrankungen eine Rolle. Patientinnen und Patienten mit «Zuckerkrankheit» (Diabetes mellitus), «Schaufensterkrankheit» (periphere Verschlusskrankheit: pAVK) und chronischer Lymphstauung (Lymphostase) leiden besonders oft unter erschwerter Wundheilung. Bereits eine Bagatellverletzung kann bei ihnen zu einer nicht heilenden Wunde führen.

Behandlungen

Zu einer effektiven Therapie bei chronischen Wunden gehört, dass neben der eigentlichen Wunde auch die Grunderkrankungen möglichst effektiv behandelt wird. Aus diesem Grund arbeiten wir bei chronischen Wunden stets mit spezialisierten Partnern (Infektologen, Diabetologen, Angiologen und Physiotherapeuten) zusammen.

Die Wunden werden von uns beurteilt, wenn erforderlich lokal mechanisch gereinigt und anschliessend mit modernen Wundauflagen (z. B. Alginate oder Vakuum-Verband) behandelt. Aber auch traditionelle und «wiederentdeckte» Materialien wie z. B. medizinischer Honig kommen zur Anwendung.

Zusätzliche Massnahmen

Als weitere Behandlungen ordnen wir Lymphdrainagen, eine Verbesserung der Durchblutung oder die Optimierung der Zucker-Medikamente an. Für diese Therapien verweisen wir Sie an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen.

Leistenbruch

Bei einem Leistenbruch (Leistenhernie, Hernia inguinalis) liegt kein Knochenbruch vor. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Erweiterung einer schon bestehenden Lücke der Bauchwand. Es bildet sich eine Aussackung von Gewebe, die dann als Vorwölbung von aussen sichtbar wird. Das Bauchfell (Peritoneum) stülpt sich nach aussen, oft verbunden mit Fettgewebe und/oder Darm.

Männer erleiden deutlich häufiger einen Leistenbruch als Frauen, und in fast allen Fällen muss der Bruch im Laufe des Lebens operiert werden. Der Zeitpunkt ist aber oft planbar.

Symptome

Folgende Beschwerden treten häufig auf:

  • Vorwölbung in der Leistengegend
  • Ziehende Schmerzen in der Leiste
  • Stuhlunregelmässigkeiten

Notfallsituation:

Eine sogenannte Einklemmung (Inkarzeration) ist lebensgefährlich, tritt jedoch zum Glück nur selten auf. Bei einer Inkarzeration wölbt sich Gewebe vor, wird in der Bruchlücke eingeklemmt und droht abzusterben. Wenn starke Schmerzen bestehen, die Vorwölbung sich hart anfühlt und sich nicht zurückdrücken lässt, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen: In diesen Fällen muss notfallmässig eine Operation durchgeführt werden.

Behandlung

Bei Erwachsenen empfehlen wir stets den Einbau eines Kunststoffnetzes. Mit dieser Massnahme kann die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten (Rezidiv) des Bruches deutlich gesenkt werden.

Wir unterscheiden sogenannt offene Operationsverfahren wie die Technik nach Lichtenstein und minimalinvasive Operationsverfahren wie z. B. die Transkutane Endoskopische Promesh-Plastik (TEPP).

Offene Operation nach Lichtenstein mit Implantation eines Netzes:

Über einen Hautschnitt im Bereich des Leistenbruchs wird der Bruch aufgesucht. Der Bruchsack wird teilentfernt und das restliche Gewebe in der Bauchhöhle versenkt. Die Bruchlücke wird durch spezielle Nähte verschlossen. Zusätzlich wird zur Verstärkung der Bauchdecke ein Kunststoffnetz eingebaut.

Transkutane Endoskopische Promesh-Plastik (TEPP):

Dies ist ein Operationsverfahren in Schlüsselloch-Technik (endoskopisch). Der Bruch wird mit feinen Instrumenten zurückgezogen, ein Kunststoffnetz von der Innenseite hinter das Bauchfell gelegt und so die Bruchlücke abgedeckt. Die gesamte Operation kann durch Videobilder aus dem Bauchraum überwacht werden.

Wenn immer möglich bevorzugen wir die Schlüsselloch-Technik, weil statistisch gesehen weniger Nervenirritationen und daher weniger oft chronische Leistenschmerzen (Schmerzen, die länger als sechs Wochen bestehen) auftreten. Ein zusätzlicher Vorteil: Bei beidseitig bestehenden Leistenbrüchen kann der Eingriff über die gleichen Hautschnitte erfolgen.
Die Operationstechnik wird immer vorab mit den Patientinnen und Patienten besprochen. Dabei spielen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, unter anderem die Grösse des Bruchs, Nebenerkrankungen und vorangegangene Operationen.

Nabel- und Narbenbrüche

Zu einem Bruch kann es fast überall an der Bauchwand kommen. Oft tritt ein Bruch an sogenannten Schwachstellen wie Bauchnabel und Leiste oder im Bereich alter Operationsnarben auf. An einer dieser Stellen wölbt sich der Darm oder das ihm vorgelagerte Fettgewebe durch Bindegewebeschichten und/oder Muskelschichten nach aussen vor.

Nabelbruch

Am Bauchnabel oder auch einige Zentimeter darüber oder darunter im Bereich der Körpermittellinie entstehen besonders häufig sogenannte Bauchwandbrüche (Bauchwandhernien). Diese können optisch sehr störend sein, aber auch Schmerzen oder Einklemmungssymptome verursachen.

Je nach Grösse der Lücke in der Bauchwand kann der Verschluss durch eine Naht erfolgen. Wenn die Lücke eine kritische Grösse erreicht hat (1,5 cm), besteht jedoch ein hohes Risiko, dass eine Naht als alleinige Massnahme wieder ausreissen würde. Wir empfehlen daher zusätzlich zum Nahtverschluss den Einbau eines Kunststoffnetzes. Die Operation kann in offener Technik oder mit der Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) durchgeführt werden. Die Entscheidung richtet sich nach Ihren speziellen Gegebenheiten sowie nach Ihren persönlichen Wünschen.

Narbenbruch

Narbenbrüche entstehen im Bereich von Operationsnarben, die ebenfalls eine Schwachstelle in der Bauchwand darstellen. Brüche treten bei zehn bis 15 Prozent aller Patientinnen und Patienten auf, die im Bereich des Bauches operiert wurden. In diesen Fällen hat der Nahtverschluss nach der vorgängigen Operation nicht ausreichend gehalten. Nun muss in jedem Fall eine zusätzliche Verstärkung mit einem Netz erfolgen. Dies kann erneut entweder offen oder mit der Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) erfolgen. Eine intensive Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten ist in solchen Fällen sehr wichtig: Vieles ist heute mit der Schlüssellochtechnik operierbar, aber nicht immer ist die Technik für die Patientin bzw. den Patienten auch sinnvoll.

Hämorrhoiden

Als Hämorrhoiden bezeichnet man dauerhaft vergrösserte Gefässpolster am oberen Ende des Analkanals. Das Geflecht aus Venen und Arterien ist wichtig für die sogenannte Feinkontinenz: Dank ihr sind wir fähig, kleinste Mengen Luft und Flüssigkeit im Analkanal zurückhalten. Eine krankhafte Vergrösserung der Polster kann Beschwerden wie Fremdkörpergefühl, Stuhlschmieren, Blutungen, Juckreiz und Schmerzen verursachen.

Gradeinteilung

Hämorrhoiden werden klinisch in vier Grade eingeteilt:

Grad 1:
Die Hämorrhoiden befinden sich im Analkanal und sind von aussen nicht sichtbar. Nur bei der proktologischen Untersuchung mit optischen Instrumenten sind sie zu erkennen.

Grad 2: 
Die Knoten treten beim Pressen nach aussen, ziehen sich aber selbständig wieder zurück. 

Grad 3:
Die Hämorrhoiden treten aus dem Analkanal heraus und ziehen sich nicht spontan zurück. Mit dem Finger lassen sie sich jedoch zurückschieben.

Grad 4:
Die Hämorrhoiden treten nach aussen und können nicht mehr von Hand zurückgedrängt werden.

Behandlungen

Wir versuchen stets zusammen mit Ihnen die beste Therapie zu bestimmen. Dafür berücksichtigen wir Ihre individuelle Vorgeschichte, das Stadium der Erkrankung und Ihre persönlichen Wünsche. Wir führen sowohl traditionell bewährte Operationstechniken (Operation nach Ferguson oder nach Longo) als auch neuere, zum Teil deutlich schmerzärmere Verfahren wie die Radiofrequenzablation mittels Raffaelo-Methode durch. Gerne beraten wir Sie zu den in Frage kommenden Möglichkeiten.

Prognose

Für einen dauerhaften Erfolg einer Operation ist es entscheidend, dass auch die Ursachen der Hämorrhoidenbildung behoben werden. Oft kommt dafür eine seit Jahren anhaltende Verstopfung in Frage. Ausführliche Gespräche sind deshalb gerade in der Proktologie sehr wichtig.

Perianalvenenthrombose

Früher wurden diese Beschwerden fälschlicherweise als äussere Hämorrhoiden bezeichnet. Es handelt sich um eine sehr schmerzhafte äussere Schwellung, die plötzlich ausserhalb des Analkanals im Bereich der Haut auftritt. Verursacht wird die Schwellung nicht durch ein Gefässpolster wie bei Hämorrhoiden, sondern durch ein lokales Blutgerinnsel. Die Perianalvenenthrombose ist jedoch kein Zeichen einer generellen Thromboseneigung und hat mit einer Beinvenenthrombose oder Lungenembolie nichts zu tun.

Hautlappen am After (Marisken)

Marisken sind Hautlappen aussen am After. Sie sind harmlos, können aber die Analhygiene und damit die Lebensqualität beeinträchtigen und Juckreiz verursachen. Marisken können ähnlich aussehen wie Hämorrhoiden, anale Feigwarzen oder Analkrebs. Aus diesem Grund sollten Sie sämtliche auffälligen Beobachtungen im Bereich des Enddarms im Rahmen einer proktologischen Untersuchung beurteilen lassen.
Je nach Grösse können Marisken mittels Lokalanästhesie direkt in der Praxis oder auf Wunsch auch unter Teil- oder Vollnarkose im Operationssaal entfernt werden.

Risse der Afterschleimhaut (Fissuren)

Ein Einriss der Afterschleimhaut auf Höhe des Schliessmuskels wird als Fissur bezeichnet. Ursachen dafür sind oft harter Stuhlgang oder anales Eindringen beim Geschlechtsverkehr. Der Bereich um den Schliessmuskel ist sehr empfindlich, weshalb der Einriss in vielen Fällen starke Schmerzen verursacht. Oft beobachtet man auch hellrote Blutauflagerungen auf dem Stuhlgang oder am Toilettenpapier.

Behandlungen

Eine früh erkannte Fissur kann in über 80 Prozent aller Fälle ohne Operation zur Abheilung gebracht werden. Die Therapie erfolgt mit stuhlregulierenden Medikamenten, Schmerzmitteln und Salben, welche die lokale Durchblutung verbessern. Für das Gelingen dieser konservativen Therapie ist die Mitarbeit der Patientinnen und Patienten sehr wichtig. Weil wir die Ursache und das Therapiekonzept stets ausführlich erklären, ist dies allerdings meist problemlos möglich.

In jedem Fall versuchen wir zuerst ohne Operation einen Therapieerfolg zu erzielen. Kommt es trotz konsequenter Therapie nicht innert 6 Wochen zu einer Abheilung oder bestehen die Beschwerden seit geraumer Zeit, muss eventuell dennoch ein operativer Eingriff vorgenommen werden.

Abszesse und Fisteln

Eine röhrenartige Verbindung zwischen einem Abszess und der Aussenhaut wird als Fistel bezeichnet. Eine Analfistel entsteht oft durch eine Entzündung in den Afterdrüsen (Krypten). Diese kann zu einer abgekapselten Eiteransammlung (Abszess) führen. Die Entzündung bahnt sich daraufhin einen Weg von der inneren Fistelöffnung im Analkanal nach aussen zur Haut, über welche sich dann Eiter oder Flüssigkeit entleert.

Analfisteln können auch infolge einer chronischen Analfissur (Afterriss) entstehen. Dabei kann es zur bakteriellen Besiedelung und einer chronischen Entzündung kommen, die langsam in die Tiefe vordringt und den Schliessmuskel durchdringt. Erreicht die Entzündung die Hautoberfläche, ist die Fistel komplett durchgängig.

Auch im Rahmen einer entzündlichen Darmerkrankung (z. B. Morbus Crohn) können Fisteln auftreten. Hierbei entstehen häufig komplizierte Fisteln, die alle Muskelschichten durchdringen oder Gänge zur Bauchdecke oder zum Gesäss hin bilden.

Behandlungen

Da Fisteln nur sehr selten spontan abheilen, ist praktisch immer eine Operation nötig. Im Rahmen des Eingriffs wird der Fistelkanal und das umgebende Gewebe entfernt. Die Operationswunde bleibt bewusst offen und heilt narbig aus. Der Heilungsprozess bei einer offenen Wundbehandlung dauert vier bis sechs Wochen. Die Erfolgsquote bei unkomplizierten, oberflächlichen Fisteln beträgt bis zu 90 Prozent.

Bakteriell infizierten Fisteln oder solche, die einen Grossteil des Schliessmuskels betreffen, sind komplizierter in der Behandlung. Aufgrund der entzündlichen Veränderung des Gewebes ist es zu Beginn häufig nicht möglich, die Situation abschliessend zu beurteilen. Eine sogenannte Fadendrainage hält in solchen Fällen den Fistelgang offen, damit die Entzündung über einige Wochen abklingen kann. Die eigentliche operative Versorgung der Fistel erfolgt erst später. Hierzu existieren mittlerweile mindestens zehn unterschiedliche Oerationsverfahren. Derzeit ist jedoch keine dieser Methoden in jeder Hinsicht vollumfänglich befriedigend. Die Heilungsraten liegen zwischen 20 und 90 Prozent.

Operationstechniken im Überblick:

Analfistelspaltung (Fistulotomie)

Der Fistelgang wird gespalten und vollständig herausgelöst. Etwa 20 Prozent des Schliessmuskels können durchtrennt werden, ohne mit einer Funktionseinschränkung rechnen zu müssen. Wird ein grösserer Bereich durchtrennt, kann der Schliessmuskel mit Nähten wieder verschlossen (rekonstruiert) werden. Nach einer Spaltung der Fistel werden Heilungsraten bis zu 90 Prozent erreicht.

Rektaler Mucosa-Verschiebelappen (Flap):

Durchdringt eine Fistel den Schliessmuskel (Sphinkter) vollständig, so ist die Operation komplexer: Hier sollte der Gang von aussen bis zu der Stelle, wo der Schliessmuskel durchstösst wird, entfernt werden. Der Anteil des Gangs innerhalb des Muskels wird ausgekratzt und der Muskel darüber vernäht. Die Öffnung im Darm, also die innere Fistelöffnung, wird zusätzlich noch mit einem Schleimhautlappen (Flap) verschlossen. Dieser arbeitet wie ein Deckel, der die innere Öffnung abdichtet.

Faden-Einlage (Seton-Einlage):

Unter einem Seton versteht man einen Faden oder eine Gummilasche, der/die in eine Fistel eingezogen wird. Damit schafft man einen kontrollierten Abfluss und kann so eine Infektion abklingen lassen. Gleichzeitig «härtet» der Fistelgang aus und wird regelrecht konditioniert. Oft verbleibt ein Seton einige Monate in der Fistel, bis die definitive Operation geplant werden kann.
Da der grösste Teil der Patienten nach einigen Wochen sehr gut mit diesem kontrollierten Abfluss zurechtkommt, stellt auch eine dauerhafte Behandlung mit einem Seton eine Option dar.

Ligation of Intersphincteric Fistula Tract (LIFT):

Die LIFT-Operation gehört zu den aktuell vielversprechendsten Operationstechniken. Dabei wird der Fistelgang im Schliessmuskel aufgesucht und durchtrennt. Zusätzlich wird auch noch der äussere Anteil des Fistelganges bis auf Höhe des Schliessmuskels entfernt.

Feigwarzen (Kondylome)

Kondylome werden durch das Humane Papillomavirus (HPV) verursacht. Es handelt sich dabei um prinzipiell gutartige Geschwülste. Sie zeigen sich meist als weissliche Knötchen und kommen um den After herum, im Analkanal oder bei Frauen im Bereich der Scheide vor.

Die Ansteckung erfolgt grösstenteils über Geschlechtsverkehr, ist aber auch durch eine Schmierinfektion möglich. Bis zu 60 Prozent der Erwachsenen sind mit dem Virus infiziert.
Zu den Symptomen gehören Juckreiz, Nässen und Fremdkörpergefühl.

Behandlungen

Vereinzelt auftretende äussere Kondylome können mit Salben und Lösungen behandelt werden. Bei stärkerem Befall sowie bei Vorkommen im Anus oder in der Scheide ist eine Therapie mittels Elektrokoagulation oder speziellem Laser erforderlich. Oft reicht eine einmalige Behandlung nicht aus, da Kondylome häufig erneut auftreten. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige Nachkontrolle notwendig.

Steissbeinfistel (Sinus pilonidalis)

Die Steissbeinfistel ist eine Erkrankung in der Steissbeinregion, bei der durch Einspriessen von Haaren in die Haut eine Entzündung entsteht. Aus dieser Entzündung kann sich anschliessend eine Fistel bilden. Die Erkrankung kann akut verlaufen mit einer abgekapselten Eiterung (Abszess) oder chronisch mit Fistelbildung und wiederkehrend nässender Schwellung.

Behandlungen

Eine Heilung ist nur durch eine Operation möglich. Im akuten Stadium steht die operative Öffnung des Abszesses im Vordergrund. Bei chronischem Verlauf ist die sparsame Entfernung der äusseren Fistelöffnung meist die Therapie der Wahl, aber auch eine Laser-Behandlung ist möglich. Bei sehr grossen Fisteln kann eine plastische Rekonstruktion der Haut erforderlich sein.

Divertikulitis

Kleine, grundsätzlich harmlose Ausstülpungen der Darmschleimhaut werden als Divertikel bezeichnet. Sie bilden sich im Laufe des Lebens bei bis zu 70 Prozent aller Menschen. Bei einer Divertikulitis entzünden sich diese Ausstülpungen. Am häufigsten ist der Darmabschnitt im linken Unterbauch (Sigma) betroffen. Das Spektrum der Beschwerden reicht von einer schleichenden, kaum wahrnehmbaren Entzündung bis hin zum lebensbedrohlichen, sehr schmerzhaften Darmdurchbruch.

Symptome

Symptome für eine Divertikulitis sind ein plötzlich auftretender Schmerz über dem betroffenen Darmabschnitt, begleitet von Fieber, Übelkeit, Erbrechen und einer Veränderung des Stuhlverhaltens – von Durchfall bis zu Verstopfung.

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt mittels Ultraschall und/oder einer CT-Untersuchung des Bauchs. Nach Abklingen der Symptome sollte auch eine Darmspiegelung erfolgen, um bösartige Erkrankungen des Dickdarms auszuschliessen.

Behandlungen

Die Behandlung erfolgt meist mittels Antibiotika, ambulant oder in schweren Fällen auch stationär.Bei wiederholten Entzündungen oder schwerem akuten Verlauf ist eine operative Entfernung (Resektion) des betroffenen Darmabschnitts zu erwägen. Die Resektion erfolgt meist in sogenannter Schlüsselloch-Technik (Bauchspiegelung, Laparoskopie).

Ein zeitweiser künstlicher Darmausgang (Stoma) ist heute nur noch sehr selten erforderlich. Ein Stoma muss aber immer als letzte Option zur Verfügung stehen, um die Gesundheit der Betroffenen in schweren Entzündungssituationen wiederherstellen zu können. Wir klären unsere Patientinnen und Patienten daher stets auch über diese Notfallsituation auf. 

Gerne empfangen wir Sie an unseren Standorten in Bern und Biel.

Viszeralchirurgie

Die Viszeralchirugie befasst sich mit den operativen Behandlungen der inneren Organe des Bauchraums.

Dickdarm- und Übergewichtsoperationen gehören zu den häufigsten viszeralchirurgischen Eingriffene. In den meisten Fällen wird in minimalinvasiver Technik, mit der Schlüsselloch-Chirurgie, operiert. Der Eingriff durch kleinste Öffnungen ermöglicht ein sehr schonendes Operieren und bietet vielfältige Vorteile. Durch die Fortschritte der Chirurgie und der Medizin allgemein sind heute auch komplexe Eingriffe an grossen inneren Organen wie z. B. Leber, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse usw. möglich geworden. Da Operationen der hoch spezialisierten Medizin (HMS-Operationen) ein sehr erfahrenes Behandlungsteam erfordern, werden sie in speziellen Zentren ausgeführt. Alle Ärzte von Espace Chirurgie sind deshalb im Rahmen des Netzwerkes der Hirslanden-Gruppe auch an der Klinik Beausite in Bern tätig. Die Klinik verfügt über sämtliche Einrichtungen, um hochkomplexe Eingriffe durchführen zu können. Operationen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Spezialisten der Klinik Beausite. Ambulante Nachbehandlungen sind in Zusammenarbeit mit ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin wieder an unseren Standorten in Bern und Biel möglich.

Operationstechnik

Die laparoskopische Chirurgie wird umgangssprachlich auch als Schlüsselloch-Chirurgie bezeichnet. Operiert wird durch fünf Millimeter bis zwei Zentimeter grosse Zugänge in Form von Kunststoff- oder Metallhülsen (sogenannte Trokare), welche durch die Bauchwand geführt werden. Die Vorteile der laparoskopischen Chirurgie:

  • Deutliche Verminderung postoperativer Schmerzen
  • Raschere Erholung des Patienten
  • Verkürzte Aufenthaltsdauer im Spital
  • Deutlich raschere Belastungsaufnahme
  • Schnellere Rückkehr zum Arbeitsplatz oder zur normalen Tagesaktivität
  • Raschere Wiederaufnahme von Fitness und Sport

Die Entscheidung, ob eine Operation laparoskopisch oder offen über einen Bauchschnitt erfolgen soll, ist von mehreren Faktoren abhängig:

  • Art der Erkrankung (Tumor, Verletzung, gutartige Veränderung, chronische Entzündung)
  • Lage des Beschwerdenherds
  • Allgemeinzustand der Patientin bzw. des Patienten
  • Früher durchgeführte Eingriffe im Bauchraum

Erst im gemeinsamen Gespräch mit dem behandelnden Chirurgen können alle Faktoren in Betracht gezogen und zusammen mit den Patientinnen und Patienten die optimale Eingriffsform festgelegt werden.

Dickdarmkrebs (Colonkarzinom)

Der Dickdarmkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren des erwachsenen Menschen. Meistens entwickelt sich das Karzinom über Jahre hinweg aus einem anfänglich gutartigen Polypen, welcher mit der Zeit entartet. Männer und Frauen erkranken in etwa gleich oft. Das Colonkarzinom wird mit zunehmendem Alter häufiger; Menschen unter 40 Jahren sind hingegen nur sehr selten betroffen.

Symptome

Zu den häufigsten Symptomen von Dickdarmkrebs gehören Blutungen, Schleimabgänge und neu auftretender, unregelmässiger Stuhlgang. Jede dauerhafte Veränderung des Stuhlgangs (Form, Häufigkeit, Blutauflagerungen) sollte daher unbedingt abgeklärt werden.

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt durch eine Darmspiegelung (Koloskopie) und eine Probenentnahme (Biopsie). Gerade beim Darm wir regelmässige Vorsorgeuntersuchungen, damit Vorstufen von Dickdarmkrebs frühzeitig entdeckt werden können. Darüber hinaus werden spezielle Bluttests und eine Sonographie bzw. Computertomographie des Bauches benötigt, um mögliche Ableger (Metastasen) des Haupttumors nachweisen zu können.

Behandlungen

Die Therapie des Colonkarzinoms erfordert immer eine vollständige Entfernung der Geschwulst. In einem sehr frühen Stadium kann dies durch eine rein lokale Abtragung erfolgen. Bei grösseren Tumoren ist eine Teilentfernung des Darms notwendig. Zusätzlich müssen dann auch sämtliche Lymphbahnen des betroffenen Darmabschnitts entfernt werden. Je nach Tumorstadium und Laborergebnis (Histologie) muss nach der Operation eventuell eine Chemotherapie diskutiert werden. Das Vorgehen wird dabei für jede Patientin und jeden Patienten in einem Expertengremium (Tumorboard) festgelegt.

Mastdarm- oder Enddarmkrebs (Rektumkarzinom)

Bösartige Tumoren des Enddarms bezeichnet man als Mastdarmkrebs oder Rektumkarzinom. Der Enddarm ist zusammen mit dem Schliessmuskel und dem Beckenboden für das kontrollierte Entleeren des Darms verantwortlich. Das Rektumkarzinom ist häufig und macht etwa einen Drittel aller bösartigen Dickdarm-Tumoren aus.

Symptome

Die häufigsten Symptome sind Blutauflagerungen am Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier sowie Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (Häufigkeit und Form des Stuhlgangs).

Diagnose

Zur Diagnostik gehört eine systematische Abklärung, damit für jede Patientin und jeden Patienten ein individueller Behandlungspfad erarbeitet werden kann. Anhand von Darmspiegelung, Biopsie, Ultraschall und sogenannter MRT-Untersuchung (Kernspintomographie) kann das Tumorstadium relativ genau eingegrenzt werden. Wir bezeichnen diese Voruntersuchungen als «Staging».

Anschliessend wird durch Gespräche im Expertengremium (Tumorboard) ein Behandlungsvorschlag erarbeitet.

Behandlungen

Die Behandlung des Rektumkarzinoms ist sehr anspruchsvoll und sollte immer in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten (Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen Radio-Onkologen) erfolgen. Es ist uns ein grosses Anliegen, unsere Patientinnen und Patienten wie auch Ihre Angehörigen in dieser schwierigen Situation bestmöglich und dauerhaft zu betreuen.

In Frage kommt entweder ein direkter Eingriff oder eine vorgängige Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie mit anschliessender Operation.

Wenn immer möglich planen wir eine Operation in Schlüsselloch-Technik (minimal-invasiv). Korrekt durchgeführt, ist diese Technik tumorchirurgisch akzeptiert und bietet sogar Vorteile: weniger Schmerzen, schneller Kostaufbau und raschere Mobilisierung. In einigen Fällen ist während der Operation ein Wechsel auf einen grossen Bauchschnitt erforderlich. Diese Möglichkeit thematisieren wir immer vorgängig im Gespräch mit unseren Patientinnen und Patienten.

Die Radikalität der Operation (radikal = vollständiges, korrektes Entfernen des kompletten Tumorgewebes und der Lymphbahnen) hat oberste Priorität. Je nachdem, wie nahe die Naht des Darms zur Rekonstruktion der Darmpassage an den Schliessmuskel heranreicht, ist die vorübergehende Anlage eines künstlichen Darmausgangs (Stomas) erforderlich.

Auch dieser Aspekt wird im Vorfeld ausführlich besprochen. Nach erfolgter Operation diskutieren wir die Operationsergebnisse und die Laborbefunde erneut im Tumorboard. Aufgrund der neuen Erkenntnisse spricht das Expertengremium allenfalls eine Empfehlung zur weiterführenden Therapie (Chemotherapie) aus.

Analkarzinome

Analkarzinome sind bösartige Tumoren der Haut im Bereich des Afters oder des Analkanals. Der Grad der Bösartigkeit ist abhängig von der Grösse und Tiefenausdehnung sowie der Lokalisation.

Für Analkarzinome sind verschiedene Ursachen bekannt. Sie entwickeln sich zum Beispiel aus Krebsvorstufen, die über viele Jahre hinweg bestehen. Auch können bestimmte Virustypen (HPV= Humane Papillomaviren) bösartige Tumoren begünstigen. Ebenso können anale Warzen (Feigwarzen, Kondylome) in ein Analkarzinom übergehen. Der Zeitpunkt der Diagnosestellung ist ausserordentlich entscheidend, und eine Gewebeprobe zur Sicherung der Diagnose und der Therapieentscheidung ist immer erforderlich.

Behandlungen

Kleinere Karzinome können oft vollständig entfernt werden. Wenn der Schliessmuskel mitbetroffen ist, verzichten wir zunächst auf eine Operation. In diesen Fällen sollte zuerst eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie erfolgen. Eventuell ist hierzu vorübergehend ein künstlicher Darmausgang erforderlich.

Die Entscheidung für eine Krebsbehandlung sollte nie von einem einzelnen Arzt gefällt werden. Unsere Behandlungskonzepte werden deshalb stets mit verschiedenen Spezialisten im Tumorboard abgesprochen.

Rektumprolaps

Der Fachbegriff Rektumprolaps bezeichnet eine Ausstülpung (Vorfall) des Mastdarms durch den After nach aussen. Dabei stülpt sich der Darm über den Analkanal und den Schliessmuskel nach draussen und verhindert so den Verschluss des Schliessmuskels. Die Folgen sind neben Schmerzen ein Stuhlschmieren oder komplette Inkontinenz.

Behandlungen

Ein Rektumprolaps lässt sich nur durch eine Operation beheben. Dies geschieht entweder von aussen via Enddarm, zum Beispiel durch ein spezielles Verfahren namens STARR-Operation (Stapled Transanal Rectum Resection). Dabei wird der Mastdarm via After mit einem Klammernahtgerät gerafft und begradigt. Bei ausgeprägten äusseren Vorfällen kann der nach aussen hängende Mastdarm vom Bauchraum aus in Schlüsselloch-Technik wieder nach innen gezogen werden. Meist wird der Mastdarm anschliessend mit einem Kunststoffnetz ans Kreuzbein fixiert.

Stuhlinkontinenz

Unter Stuhlinkontinenz versteht man das Unvermögen, den Stuhl zurückzuhalten bzw. sich kontrolliert zu entleeren. Vereinfacht gesagt können drei verschiedene Ausprägungsgrade unterschieden werden:

Stuhlinkontinenz 1. Grades: unwillkürlicher Verlust von Winden
Stuhlinkontinenz 2. Grades: unwillkürlicher Verlust von dünnflüssigem Stuhl
Stuhlinkontinenz 3. Grades: unwillkürlicher Verlust von festem, geformtem Stuhl

Für die Kontinenz ist nicht nur der Schliessmuskel wichtig. Es handelt sich vielmehr um ein kompliziertes Zusammenspiel zwischen Beckenboden und Enddarm. Zusätzlich von grosser Bedeutung ist die Sensorik, also die Empfindungsfähigkeit im Analkanal. Dank dieser gefühlten Rückmeldung können wir überhaupt beurteilen, ob eine Darmentleerung notwendig ist, und ob sich Winde, flüssiger oder fester Stuhlgang im Enddarm befinden.

Hierbei spielt auch die altersbedingte Schwächung des Beckenbodens eine Rolle, die insbesondere bei Frauen auftritt. Schwangerschaften und Entbindung können ebenfalls einen negativen Einfluss auf den Beckenboden haben. Aber auch Voroperationen bei Darmkrebs, Hämorrhoiden, Infektionen oder Bestrahlungen können sich negativ auf die Kontinenz auswirken.

Selbst wiederkehrendes starkes Pressen bei chronischer Verstopfung kann zu einer Beckenbodenschwäche und nachfolgender Stuhlinkontinenz führen. Die Ursachen einzugrenzen und die genauen Symptome zu definieren, ist für Arzt und Betroffene gleichermassen anspruchsvoll. Oft sind dazu mehrere Gespräche nötig.

Behandlungen

Je nach Ausprägung und Ursache der Stuhlinkontinenz entscheiden wir uns für eine angepasste Therapie. Oberstes Ziel ist, wenn immer möglich, das Vermeiden einer Operation. Oft kann mit Änderungen der Ernährung, Medikamenten, spezieller Physiotherapie (Beckenbodentraining, Bio-Feedback) oder technischen Hilfsmitteln eine deutliche Verbesserung der Lebenssituation für die betroffenen Patientinnen und Patienten erreicht werden.

Nur wenn diese Massnahmen voll ausgeschöpft wurden und wenn eine klare anatomische Ursache gefunden werden kann, ist eine Operation mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich. In solchen Fällen empfehlen wir allenfalls die Implantation sogenannter Schrittmacher für den Schliessmuskel (SNS oder pTNS) oder auch umfassendere Operationen.

Speiseröhre – Reflux Ösophagitis

Der Begriff Reflux bezeichnet den Rückfluss von Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre. Die aggressive Magensäure führt zum klassischen Sodbrennen, das wir wohl alle schon einmal erlebt haben.

Tritt Sodbrennen gehäuft auf (mehrmals in der Woche) und bleibt auch lange bestehen, kann sich eine chronische Entzündung im Bereich der Speiseröhre entwickeln, eine sogenannte Ösophagitis. Diesen chronischen Zustand bezeichnet man auch als gastrooesophageale Refluxkrankheit (englisch: gastroesophageal reflux disease, abgekürzt GERD). Ursache ist ein unvollständiger Verschluss des unteren Speiseröhren-Schliessmuskels (Sphinkter). Dieser befindet sich im Bereich der Speiseröhre, der unterhalb des Zwerchfells im Bauchraum liegt. Er verhindert normalerweise das Zurücklaufen der Magensäure.

Gründe für einen schwachen Verschluss sind oft nicht eindeutig zu benennen. Sicher scheint aber zu sein, dass bestimmte Genussmittel wie Nikotin, Alkohol, Koffein, aber auch Übergewicht eine Rolle spielen. Gleichzeitig besteht oft zusätzlich eine zu geringe Vorwärtsbewegung des Speiseröhren-Muskels und oftmals auch ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie). Beim Zwerchfellbruch verlagert sich ein Teil des Magens hinter die Speiseröhre in den Brustkorb und erschwert so zusätzlich die bereits eingeschränkte Schliessfunktion.

Symptome

Klinische Zeichen einer GERD sind chronisches Aufstossen, Sodbrennen und dumpfer Oberbauchschmerz oder brennende Schmerzen hinter dem Brustbein. Es können aber auch weniger typische Beschwerden auftreten, wie chronischer Reizhusten, Atembeschwerden, Schluckstörungen und Räusperzwang.

Diagnose

Zur Diagnostik empfehlen wir eine Magenspiegelung mit Druckmessung im Bereich des Schliessmuskels und eventuell auch Messung des Säureflusses in der Speiseröhre (Langzeit-pH-Metrie). Allenfalls ist auch noch eine Computertomographie angezeigt.

Therapie

Zunächst sollte versucht werden, die Lebensgewohnheiten zu verändern – durch Verzicht auf Nikotin, Reduktion des Alkoholkonsums und Senkung des Körpergewichts. Zusätzlich kann durch Medikamente (Säurehemmer) die Bildung von Magensäure reduziert werden.
Kommt es nicht zu einer dauerhaften Verbesserung oder kann der Patient nicht lebenslang Medikamente einnehmen, sollte eine Operation diskutiert werden.

Dazu führen wir eine sogenannte laparoskopische Fundoplikatio durch. Bei dieser Operation wird in Schlüssellochtechnik der obere Magenanteil wie ein Kragen oder eine Manschette um den Schliessmuskel herumgeschlagen und dort dauerhaft fixiert. Dadurch erhöht sich der Muskeldruck des Schliessmuskels, da er nun von aussen gestützt wird.

Je nach individuellem Befund muss zusätzlich eine eventuell vergrösserte Zwerchfelllücke verkleinert und so gleichzeitig der Zwerchfellbruch (Hiatushernie) beseitigt werden.

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose unter stationären Bedingungen. Die meisten Patientinnen und Patienten bleiben drei bis fünf Nächte im Spital. Zu Anfang können noch nicht die gewohnten Nahrungsportionen zu sich genommen werden. Nach wenigen Tagen ist dies aber wieder möglich. Bei etwa 90 Prozent der Operierten kann der Reflux so dauerhaft beseitigt werden.

Schilddrüse

Die Schilddrüse ist eine hormonproduzierende Drüse, die sich am Hals unterhalb des Kehlkopfs vor der Luftröhre befindet. Ihre Form erinnert an einen Schmetterling. Sie besteht aus zwei Hälften, im Fachjargon Lappen genannt, und einer Gewebebrücke (Isthmus) vor der Luftröhre, welche die beiden Lappen vereinigt. Die Drüse produziert die Schilddrüsenhormone (Trijodthyronin und Thyroxin) sowie das Calcitonin. Schilddrüsenhormone enthalten Jod, und nur die Schilddrüse ist in der Lage, Jod im menschlichen Körper zu speichern.

Das Schilddrüsenhormon reguliert unseren Energiestoffwechsel und ist zentral für das Wachstum einzelner Zellen, aber auch des gesamten Organismus. Sowohl eine Unterfunktion (d. h. ein Mangel an Schilddrüsenhormon) als auch eine Überfunktion können Krankheitssymptome hervorrufen und müssen deshalb behandelt werden.

Für beide Störungen stehen heute wirksame Medikamente zur Verfügung. Das Calcitonin wird in speziellen Zellen der Schilddrüse, den sogenannten C-Zellen, produziert. Calcitonin ist der Gegenspieler zum Parathormon, das in den Nebenschilddrüsen gebildet wird. Die beiden Hormone regulieren den Kalzium- und Phosphathaushalt des Körpers und sind wichtig für den Knochenstoffwechsel, aber auch für die normale Funktion der Muskulatur. Calcitonin hat eine calciumsenkende Wirkung und senkt auch den Phosphatgehalt im Blut. Durch eine bösartige (maligne) Entartung der C-Zellen entsteht das C-Zellkarzinom (auch medulläres SD-Karzinom genannt).

Kropf

Die gutartige Vergrösserung der Schilddrüse, im deutschen Sprachraum auch als Kropf bezeichnet, ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Es gibt verschiedene Ursachen für eine Vergrösserung. In vielen Ländern dieser Welt besteht in der Bevölkerung auch heute noch ein Jodmangel, was das Wachstum der Schilddrüse stark fördert. Dieser durch Jodmangel verursachte Kropf wird in der Schweiz durch die Jodierung des Kochsalzes verhindert (Zusatz von 20 bis 30 mg Jodid pro kg Kochsalz). Tritt ein Jodmangel in der Schwangerschaft auf, so kann dieser beim Neugeborenen zu schweren Entwicklungsstörungen führen, die früher als Kretinismus bezeichnet wurden.

Trotz der guten Jodversorgung in der Schweiz ist der Kropf hierzulande im internationalen Vergleich noch immer häufig. Dies führte zur Erkenntnis, dass bei der Kropfentstehung neben dem Jodmangel auch molekulargenetische und erbliche Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Diese Faktoren begünstigen die Entstehung von Knoten in der Schilddrüse, welche dann zu einer sichtbaren Vergrösserung der Schilddrüse als Ganzes führen können. Dabei können einzelne Schilddrüsenknoten sowohl vermehrt als auch vermindert Schilddrüsenhormone produzieren. Eine spezielle Form Knoten stellen Schilddrüsenzysten dar. Es handelt sich dabei um flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, welche die Schilddrüse ebenfalls vergrössern können. Zysten in der Schilddrüse können heute interventionell behandelt werden. Grosse und mehrfache Zystenbildungen werden aber besser operativ behandelt.

Morbus Basedow

Morbus Basedow ist eine entzündliche Erkrankung der gesamten Schilddrüse, bei welcher körpereigene Eiweisse, sogenannte Antikörper, das eigene Schilddrüsengewebe stören und zu einer Hormonüberproduktion führen. Zu den Symptomen einer Überfunktion zählen Unruhe, Herzrasen, starkes Schwitzen, Schlaflosigkeit und – bei längerer Dauer – auch Gewichtsverlust. Neben einer medikamentösen Behandlung kommt beim Morbus Basedow auch die Bestrahlung durch radioaktives Jod und die operative Entfernung der gesamten Schilddrüse in Frage.

Hyperthyreose

Neben dem Morbus Basedow, der eine Überfunktion der gesamten Schilddrüse darstellt, unterscheiden wir auch lokalisierte Formen, die in einem oder mehreren Knoten ein Übermass an Hormonen produzieren. Diese Produktion kann vom Körper nicht mehr kontrolliert werden. Bei einem einzelnen Knoten mit Überfunktion (toxisches Adenom) kommen heute zwei Therapiemethoden in Frage: interventionelle Behandlungen wie z. B. die Zerstörung des Adenoms durch Punktion mit einer Ultraschall-gesteuerten, speziellen Sonde, die Hitze produziert. Alternativ kann ein Teil der Schilddrüse chirurgisch entfernt werden. Sind zahlreiche Knoten vorhanden, kann auch die komplette Entfernung der Schilddrüse angebracht sein.

Unterfunktion der Schilddrüse

Eine Unterfunktion der Schilddrüse wird heute mit Medikamenten behandelt. Zum Einsatz kommt synthetisches Schilddrüsenhormon, das chemisch mit dem körpereigenen Hormon identisch ist. Als Ursachen für eine Unterfunktion kommen chronische Entzündungsformen und Knotenbildungen (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) in Frage. Mit einem Hormonersatz in Tablettenform ist jedoch ein ganz normales Leben möglich.

Schilddrüsenkrebs

Die moderne Medizin hat verschiedene Karzinome der Schilddrüse charakterisiert – mit unterschiedlichen Eigenschaften und Therapieverfahren. Der Krebs der Schilddrüse steht je nach Geschlecht an 14. oder 15. Stelle der Häufigkeiten bösartiger Tumoren (Malignome).

Im Gegensatz zu vielen anderen Malignomen sind Schilddrüsen-Karzinome in der Regel gut behandelbar, sodass die meisten Patientinnen und Patienten mit einem Schilddrüsenkrebs heute geheilt werden können. Eine deutlich schlechtere Prognose weist das undifferenzierte (anaplastische) Schilddrüsen-Karzinom auf, welches aber zum Glück nur selten vorkommt.

Behandlungen

Die Entfernung der Schilddrüse steht bei nahezu allen Formen von Schilddrüsenkrebs im Vordergrund. Je nach Karzinomtyp und Stadium kommt bei jodspeichernden Karzinomen im Anschluss an die Operation noch eine Radiojod-Behandlung (Gabe von radioaktiv markiertem Jod) zur Anwendung. In Einzelfällen werden auch medikamentöse Behandlungen mit neueren Substanzen, welche sich zum Teil erst in der Zulassung befinden, durchgeführt.

Beim undifferenzierten Karzinom kommt in der Regel eine Kombination aus Operation, klassischer Bestrahlung und Chemotherapie zur Anwendung. Zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse besprechen wir die Behandlung an sogenannten Tumorkonferenzen (Tumorboards). Diese Besprechungen unter Experten unterschiedlicher Fachrichtungen finden in der Regel in Abwesenheit der Patientinnen und Patienten statt und müssen nicht zwingend an deren Wohnort erfolgen.

Interventionelle Schilddrüsen-Behandlung

In den letzten Jahren wurden Sonden entwickelt, die gezielt Hitze applizieren können. Sie sind in der Lage, erkranktes Gewebe zu zerstören. Damit wurde eine Möglichkeit geschaffen, Schilddrüsenerkrankungen auch ohne Operation zu behandeln. Der betroffene Schilddrüsenabschnitt wird in lokaler Betäubung oder in Kurznarkose punktiert und durch spezielle Strahlenenergie (sog. Radiofrequenz-Ablation) gezielt zerstört. Kontrolliert wird der Prozess über Ultraschallbilder. Die Behandlung ist meist nur wenig schmerzhaft und erlaubt eine raschere Erholung im Vergleich zu einer Operation. Trotz dieser Vorteile bleibt die Behandlung nur einem Teil der Schilddrüsen-Erkrankten vorbehalten und geht wie eine Operation mit dem Risiko von Komplikationen einher.

Schilddrüsenoperationen

Die operative Therapie umfasst die komplette Entfernung der Schilddrüse (totale Thyreoidektomie) oder die einseitige Entfernung der betroffenen Seite mitsamt des Isthmus (schmale Gewebsbrücke der Schilddrüse) als sogenannte Hemithyreoidektomie. Die isolierte Entfernung von Knoten oder Zysten hat sich nicht durchgesetzt und wird kaum mehr angewandt.

Beim klassischen Vorgehen wird für die Operation ein nur vier bis fünf Zentimeter langer Hautschnitt am Hals notwendig, da die Haut der Halsregion sehr elastisch ist und über dem darunterliegenden Operationsgebiet verschoben werden kann. In der Mehrzahl der Fälle genügt dieser relativ kleine Hautschnitt, um auch relativ grosse Gewebeteile (Strumen) entfernen zu können.

Bei Schilddrüsen-Krebs kann zusätzlich zur Entfernung der Schilddrüse eine Entfernung des umliegenden Lymphknotengewebes angezeigt sein. Dies erfolgt mit dem Ziel, die Radikalität des Eingriffes zu erhöhen und das Tumorstadium besser bestimmen zu können.

Wir unterscheiden eine Ausräumung des zentralen Kompartiments (Bereich vor der Luftröhre bis zu den grossen Halsgefässen) und des lateralen Kompartiments (Bereich seitlich der grossen Halsgefässe). Da die Ausräumung des lateralen Kompartiments (Dissektion) selbst in erfahrenen Händen zusätzliche Risiken birgt und andererseits die Radiojod-Behandlung bei differenzierten Schilddrüsen-Karzinomen sehr gute Resultate zeigt, muss die Indikation zur Ausräumung des lateralen Kompartiments sorgfältig abgewogen werden.

Durch die Fortschritte der Technik und die Entwicklung neuer Operationsmethoden sind heute auch bei Schilddrüsen-Operationen endoskopische Verfahren möglich, die ohne Hautschnitt am Hals auskommen. Der Zugang erfolgt dabei entweder über den Mund, die Achselhöhle oder hinter dem Ohr. Weil diese Operationstechniken noch nicht so zahlreich durchgeführt wurden, sind die Auswahlkriterien für die in Frage kommenden Erkrankungen noch sehr streng.

Risiken

Noch vor hundert Jahren war die Schilddrüsen-Operation aufgrund zahlreicher Komplikationsmöglichkeiten eine gefürchtete Operation. Selbst in den routinierten Händen von Prof. Theodor Kocher in Bern, der als Schilddrüsen-Pionier gilt und dafür den Nobelpreis für Medizin erhielt, wiesen die Eingriffe an seiner Klinik des Berner Inselspitals eine nicht unbeträchtliche Sterblichkeit (Mortalität) auf.

Heutzutage gelten Schilddrüsen-Eingriffe, ausgeführt durch erfahrene Chirurgen, dank zahlreicher technischer und medizinischer Verbesserungen, als Routineeingriffe, die nur noch in wenigen Prozenten der Fälle operative Risiken bergen und kaum mehr eine Mortalität aufzeigen.

Prognose

Eine hohe Aufmerksamkeit wird heute dem Erhalt der Nebenschilddrüsen geschenkt. Diese regulieren durch das produzierte Parathormon (Nebenschilddrüsenhormon [PTH]) den Kalziumhaushalt im Körper. Durch die Verbesserungen der Chirurgie kommt es mehrheitlich nur zu einer vorübergehenden Funktionsstörung der Nebenschilddrüsen, die eine – meist kurzfristige – Substitution mit Kalzium und Vitamin D nötig machen kann. Demgegenüber wird ein bleibender Kalziummangel nach einer Schilddrüsen-Operation heute nur noch in ein bis zwei Prozent aller Fälle beobachtet.

Eine zweite Zielsetzung ist der Erhalt der Funktion des Stimmbandnervs. Heute gilt es als Standard, dass die Funktion des Stimmbandnervs während der Operation mittels eines elektrischen Prüfgeräts überwacht wird. Dadurch kann eine Nervenschädigung nach der Operation fast immer vermieden werden. Selten kommt es zu einer vorübergehenden Funktionsminderung in Form von Heiserkeit, welche sich jedoch in ca. 70 Prozent der Fälle wieder erholt.

Eine weitere Hauptgefahr der Schilddrüsen-Operation bestand früher im Risiko einer Nachblutung, wird doch die Schilddrüse durch zahlreiche feine Blutgefässe versorgt. Durch das obligate Tragen von Lupenbrillen und die Verwendung spezieller elektrischer Instrumente ist diese Gefahr heute weitgehend gebannt und Nachblutungen sind zur Seltenheit geworden.

Nebenschilddrüse

Der Mensch besitzt mindestens vier Nebenschilddrüsen. Diese liegen anatomisch sehr nahe an der Schilddrüse, was ihren Namen erklärt, haben aber funktionell nichts mit ihr zu tun. Die Nebenschilddrüsen halten, zusammen mit dem Vitamin D und dem Kalzium aus den C-Zellen der Schilddrüse, das Kalzium (Ca) im Körper stabil. Benötigt der Körper Kalzium, schüttet er Nebenschilddrüsenhormon (PTH) aus, um mehr Kalzium aus dem Darm zurückzugewinnen (resorbieren) oder aus dem Knochenspeicher zu mobilisieren.

Umgekehrt wird bei erhöhtem Kalziumspiegel das Nebenschilddrüsenhormon (PTH) nicht mehr ausgeschüttet, um ein Absinken des Spiegels zu bewirken.

Symptome

Im Falle einer Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus) wird zu viel Nebenschilddrüsenhormon (PTH) produziert und dadurch beständig der Kalziumgehalt im Blut erhöht. Dies führt ab einer gewissen Konzentration zu Übelkeit und Leistungsschwäche, aber auch zur Bildung von Nierensteinen und einer Störung der Knochenzusammensetzung (Schwächung des Knochens und Schmerzen). In seltenen Fällen kann die Erkrankung familiär gehäuft auftreten. Ursache der Überfunktion kann ein sogenanntes Adenom sein, welches zu einer Vergrösserung der Nebenschilddrüse führt und permanent zu viel Hormon produziert (primärer Hyperparathyroidismus). Im Ultraschall oder mittels nuklearmedizinischer Techniken (MIBI-Szintigrafie) können diese Adenome heute sichtbar gemacht werden.

Im Gegensatz dazu kann ein chronischen Kalziummangel, verursacht z. B. durch eine Nierenerkrankung oder eine Darmstörung, zu einer Mehrproduktion von Nebenschilddrüsenhormon (PTH) und damit zu einer Vergrösserung aller Nebenschilddrüsen führen (sogenannter sekundärer Hyperparathyreoidismus). Die Unterfunktion (Hypoparathyroidismus) führt zu einem Absinken des Kalziumspiegels im Blut und tritt meist nach einer Schilddrüsen-Operation mit unabsichtlicher Entfernung oder Schädigung der Nebenschilddrüse auf. Das Hauptsymptom der Unterfunktion sind Muskelkrämpfe, da Kalzium für eine normale Funktion der Muskulatur gebraucht wird. Um diese Symptome so rasch wie möglich zu lindern, muss Kalzium und in schweren Fällen zusätzlich auch Vitamin D verabreicht werden. Eine ausgesprochene Rarität ist ein Karzinom der Nebenschilddrüse. In der Fachliteratur wurden bisher nur einige hundert Fälle weltweit beschrieben.

Behandlungen

Während die Unterfunktion der Nebenschilddrüse mittels Kalzium (-Substitution) und eventuell einer zusätzlichen Vitamin-D-Gabe behandelt wird, ist bei der Überfunktion eine chirurgische Therapie möglich. Das Nebenschilddrüsen-Adenom stellt dabei die Hauptindikation für einen Eingriff dar. Ziel der Operation an der Nebenschilddrüse ist, das Adenom möglichst schonend zu entfernen. In zirka 20 Prozent der Fälle handelt es sich um eine sekundäre Nebenschilddrüsenüberfunktion mit einer Überfunktion aller Nebenschilddrüsenkörperchen. In diesen Fällen müssen sämtliche Nebenschilddrüsenkörperchen aufgesucht und entfernt werden. Der Zugang erfolgt dabei ähnlich wie bei der Schilddrüsen-Operation über einen kleinen Hautschnitt am Hals oder endoskopisch. Die Konzentration des Nebenschilddrüsenhormons (PTH) im Blut kann während der Operation laufend gemessen werden. Damit verfügt der Operateur über eine direkte Erfolgskontrolle seiner Tätigkeit, da das gemessene Nebenschilddrüsenhormon (PTH) am Ende der Operation einen gewissen Schwellenwert unterschreiten muss.

Prognose

Weil die Schilddrüse bei der Entfernung der Nebenschilddrüse in der Regel unangetastet bleibt, sind die Gefahren einer Operation sehr viel geringer; in den allermeisten Fällen erholen sich die Patientinnen und Patienten rasch von ihrem Eingriff.

Nebennieren-Erkrankungen

Die Nebennieren liegen, wie ihr Name bereits andeutet, neben den Nieren. Sie stellen eigene hormonbildende (endokrine) Organe dar und sind funktionell von der Niere getrennt. Nebennieren bestehen aus einer Rinde, die Aldosteron, Cortison und Sexualhormone produziert, sowie einer Markregion, die Stresshormone in den Blutkreislauf ausschüttet. Jede Region kann Hormonstörungen auslösen und gutartige wie auch bösartige Tumoren bilden. Je nachdem, welches Hormon übermässig produziert wird, zeigen sich ganz unterschiedliche Symptome.

Conn-Syndrom

Das Conn-Syndrom ist durch eine vermehrte Aldosteronproduktion charakterisiert und führt zu hohem Blutdruck. Etwa fünf Prozent aller Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck weisen eine vermehrte Aldosteronproduktion auf. Von der Ursache her werden die beidseitige Vergrösserung der Nebennierenrinde (NNR) von der gutartigen Knotenbildung (Adenom) unterschieden. Karzinome sind ausgesprochen selten.

Cushing-Syndrom

Beim Cushing-Syndrom produziert der Körper zu viel Cortison. Dies stört die Blutzuckerregulation und kann Diabetes, Bluthochdruck und Osteoporose auslösen. Durch eine Umverteilung der Fettpolster weisen Betroffene ein charakteristisches Erscheinungsbild auf (sog. «Vollmondgesicht», Stammfettsucht).

Als Ursache für das Cushing-Syndrom kommen Medikamente in Frage. Häufigster Auslöser ist eine Cortison-Langzeitbehandlung. Aber auch eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), bei der stets beide Nebennieren betroffen sind, kommt als Ursache in Frage. Selten ist ein Adenom der Nebennierenrinde für die erhöhte Cortison-Produktion verantwortlich.

Phäochromozytom

Eine Überproduktion von Stresshormonen, die durch meist gutartige Tumoren aus dem Nebennierenmark hervorgerufen wird, nennt man Phäochromozytom. Die Symptomatik besteht in einem schwer einstellbaren Bluthochdruck. In seltenen Fällen ist die Erkrankung genetisch bedingt und tritt familiär gehäuft auf. Heute ist eine genetische Untersuchung der betroffenen Familien möglich.

Nebennierenvergrösserungen und Karzinome

Durch leistungsfähige bildgebende Verfahren werden häufig zufällig Vergrösserungen einer Nebenniere festgestellt. In der Mehrzahl der Fälle sind diese Adenome nicht hormonproduzierend und können abwartend behandelt werden. In etwa 20 Prozent der Fälle wird die weitere Abklärung eine Hormonüberproduktion aufdecken (siehe oben). Karzinome der Nebenniere sind für lediglich fünf Prozent aller Nebennierenvergrösserungen verantwortlich. Sie sind dann wahrscheinlich, wenn die Nebenniere bereits eine Grösse von über sechs Zentimetern aufweist.

Nebennieren-Operationen

Hormonbildende Adenome der Nebenniere werden heute bevorzugt mittels minimal-invasiven Techniken (Schlüsselloch-Chirurgie oder Laparoskopie) behandelt. In erfahrenen Händen erlauben diese Techniken eine sehr schonende Operation mit radikaler Entfernung der betroffenen Nebenniere unter Erhalt der Nachbarorgane.

Milz – operative Entfernung der Milz (Splenektomie)

Bei einigen Formen von Blutkrebs oder Autoimmunerkrankungen kann es zu einer starken Vergrösserung der Milz kommen. Durch die lokale Verdrängung kann dies zu Schmerzen, Verdauungsproblemen oder Völlegefühl führen. Neben den lokalen Symptomen werden die Blutplättchen und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beim Durchfliessen der Milz geschädigt, was zu einer Blutarmut (Anämie) und zu einer eingeschränkten Blutgerinnung führen kann. Schreiten die Symptome weiter voran, kann eine Entfernung der Milz notwendig werden. Je nach Grösse kann die Entfernung laparoskopisch (minimal invasiv) oder mittels Bauchschnitt erfolgen. Nach einer Milzentfernung müssen Impfungen gegen Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus Influenza Typ b zur Vorbeugung von schweren Infektionen durchgeführt werden.

Magen und Zwölffingerdarm

Der Magen besteht aus einem muskulären Schlauch, der von einer Schleimhaut überzogen ist. Diese Schleimhaut bildet die Magensäure, das Pepsinogen (Enzym, welches Eiweisse spalten kann) sowie Schleim zur besseren Passage der Speisen durch den Magen und zum Schutz der Magenschleimhaut. Zusätzlich verfügt die Schleimhaut über hormonbildende Zellen, die das Gastrin bilden, welches die Produktion der Magensäure steuert.

Durch seinen Aufbau kann sich der Magen stark verformen und seine Grösse dem Mageninhalt anpassen. Seine Aufgabe besteht in der Durchmischung der aufgenommenen Nahrung mit Säure und Pepsin sowie im kontrollierten Weitertransport von zerkleinerten Nahrungspartikeln (Grösse 1 bis 2 mm) in den Zwölffingerdarm (Duodenum).

Nachfolgend stellen wir Ihnen einzelne chirurgisch relevante Krankheitsbilder des Magens vor:

Magenentleerungsstörung

Eine verzögerte Magenentleerung kann durch mehrere Faktoren bedingt sein. In Frage kommen z. B. Diabetes mellitus, bestimmte Operationen oder auch unklare Gründe, welche nicht aufgedeckt werden können.

Obwohl zunächst verschiedene Medikamente als auch Anpassungen der Diät helfen können, sind für besonders schwere Fälle chirurgische Verfahren entwickelt worden, welche die Magenentleerung verbessern können.

Zur Diskussion stehen sowohl der Magenbypass als auch als neuere Verfahren wie die magenerhaltende elektrische Stimulation. Letzere funktioniert ähnlich wie ein Herzschrittmacher, welcher unter die Haut eingesetzt wird und den Magen durch elektrische Signale zur Kontraktion stimuliert.

Polypen

Eine lokale Gewebevermehrung der Magenschleimhaut wird als Polyp bezeichnet. Im Gegensatz zum Dickdarm sind Polypen im Magen jedoch deutlich seltener. Dennoch machen sie etwa 15 bis 20 Prozent aller Tumor-Neubildungen am Magen aus.

In 20 bis 40 Prozent der Fälle muss mit einer Entartung und Entwicklung zum Magenkarzinom gerechnet werden. Finden sich bei der Magenspiegelung (Gastroskopie) mehrere (multiple) Polypen, so muss der Verdacht auf ein sogenanntes Polyposis-Syndrom gestellt werden.

Diese seltene Erkrankung manifestiert sich in unterschiedlichen Formen und weist eine genetische Mutation auf, welche vererbt werden kann. Sie löst bereits bei jungen Erwachsenen eine Polypenbildung sowohl im Magen als auch häufiger im Zwölffingerdarm (Duodenum) und hauptsächlich im Dickdarm aus und birgt dort ein sehr hohes Risiko zur malignen Entartung.

Behandlung

Über eine Magenspiegelung (Gastroskopie) können wir sowohl Polypen im Magen als auch im Duodenum entdecken. Die Gastroskopie ermöglicht gleichzeitig die Entfernung nicht allzu grosser Polypen oder zumindest die Entnahme einer Gewebeprobe. Findet sich im Polypengewebe ein Adenom, so muss dieses wegen der Gefahr der Karzinombildung vollständig entfernt werden. Gelingt dies aufgrund der Grösse oder der Anzahl nicht, kommt eine Teilentfernung des Magens in Frage. Diese kann in geeigneten Fällen minimal-invasiv mittels Laparoskopie erfolgen.

Magenkrebs

Der Magenkrebs ist in Europa bzw. der Schweiz keine häufige Erkrankung. Er tritt meist nach dem 50. Lebensjahr und doppelt so häufig bei Männern wie bei Frauen auf. Als Ursache für die Entstehung des Magenkarzinoms werden verschiedene Faktoren angesehen. Ein klarer Zusammenhang besteht zur Magenschleimhautentzündung (Gastritis), verursacht durch das Bakterium Helicobacter pylori. In diesen Fällen wurde ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Magenkarzinoms festgestellt. Aber auch die sogenannte atrophische Gastritis erhöht das Magenkrebs-Risiko.

Zu den weiteren Risiken für ein Magenkarzinom zählen eine Magenteilentfernung, die 15 bis 20 Jahre zurückliegt, und wie erwähnt Adenome der Magenschleimhaut. Genetische Faktoren kommen nur selten vor. Direkte Verwandte von Patientinnen oder Patienten mit Magenkarzinom weisen jedoch ein zwei- bis dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.

Das Magenkarzinom ist ein aggressives Karzinom mit früher Ausbreitung und Absiedelung in andere Organe (Metastasierung). Deshalb ist für die Gesamtprognose eine möglichst frühzeitige Entdeckung von entscheidender Bedeutung. Von der Lokalisation werden Karzinome im Magen von denjenigen im Übergang zur Speiseröhre unterschieden, da die Behandlung unterschiedlich ist. Ebenfalls unterscheidet man in der Pathologie bei der Untersuchung der Gewebecharakteristika des Tumors den sogenannt intestinalen Typ nach Lauren mit guter Abgrenzbarkeit und dadurch besserer Prognose vom diffusen Typen mit rascher Ausbreitung und früher Lymphknoten-Metastasierung. 

Symptome

Da das Magenkarzinom typischerweise lange keine oder nur uncharakteristische Symptome verursacht, wird in der Hälfte der Fälle die Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Tumorstadium gestellt. Häufige Symptome sind anhaltender Gewichtsverlust, Oberbauchschmerzen, regelmässiges Erbrechen und ein Ekel vor Fleisch (Fleischaversion).

Behandlung

Die Therapie der Wahl ist eine radikale chirurgische Entfernung. Dabei wird der Magen als Ganzes entfernt. In günstigen Fällen ist auch eine Teilentfernung möglich. Es muss unbedingt ein grosser Sicherheitsabstand von mehreren Zentimetern zum Tumor eingehalten werden. Regionale Lymphknoten müssen in einer standardisierten Resektion mitentfernt werden.

Beim Übergangskarzinom zur Speiseröhre wird der untere Abschnitt der Speiseröhre und der obere Abschnitt des Magens entfernt. Die Rekonstruktion der Nahrungspassage erfolgt mit einem Dünndarmsegment. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen wird meist eine Kombinationstherapie empfohlen – mit Chemotherapie vor und nach der Operation.

Sollte aufgrund einer Ablegerbildung (Metastasierung) eine radikale Tumorentfernung nicht mehr möglich sein, kann eine symptomlindernde (palliative) Chemotherapie, eventuell kombiniert mit einer Strahlentherapie, eingesetzt werden. Beschränkt sich die Tumorausbreitung auf den Magen, ist heute mit einer Fünfjahres-Überlebenschance von 80 bis 90 Prozent zu rechnen. Kann der Tumor nicht mehr vollständig entfernt werden, so ist die Prognose deutlich schlechter.

Non-Hodgkin-Lymphome (MALT-Lymphome)

Das primäre Magenlymphom vom MALT-Typ (Mucosa-Associated-Lymphoid-Tissue) ist das häufigste bösartige (maligne) Lymphom ausserhalb der Lymphknoten. Der Tumor hat seinen Ursprung im Schleimhaut-assoziierten Lymphgewebe des Magens. In 40 Prozent der Fälle wird er als niedrig maligne taxiert und in 60 Prozent der Fälle als hoch maligne. Interessant ist, dass in 90 Prozent der Fälle mit einem niedrig malignen MALT eine chronische Infektion mit Helicobacter pylori vorausgegangen ist.

Symptome

Der Tumor ist zunächst auf den Magen beschränkt, wo er kaum Symptome hervorruft. Im späteren Stadium kommen die typischen Symptome einer Lymphomerkrankung hinzu, wie Fieber, Nachtschweiss, Gewichtsverlust und meist auch Übelkeit sowie Appetitverlust. In diesen Stadien kommt es zunehmend (progressiv) zum Befall von Lymphknoten ausserhalb des Magens bis hin zum Befall anderer Organe.

Diagnose

Wie beim Magenkarzinom ermöglicht die Gastroskopie mit Biopsieentnahme eine exakte Diagnose. Dabei wird auch abgeklärt, ob eine Helicobacter-pylori-Infektion besteht. Im Frühstadium kann die Behandlung (Eradikation) der Helicobacter-pylori-Infektion beim niedrig malignen Typ schon ausreichen. Danach bildet sich das Lymphom zurück.

Behandlung

Im fortgeschrittenen Stadium kommt entweder eine Bestrahlung oder eine kombinierte Immuno-/Chemotherapie zum Einsatz. Eventuell wird diese kombiniert mit der operativen Entfernung von Teilen des Magens (Magenresektion). Zirka 90 Prozent aller Patientinnen und Patienten mit diesem bösartigen Lymphomtyp können heute geheilt werden.

Karzinoid

Karzinome sind seltene sogenannt neuroendokrine Tumoren von niedriger Bösartigkeit (Malignität). Sie wachsen meist langsam und weisen eine gute Prognose auf. Karzinome können im gesamten Magendarmtrakt vorkommen, aber auch im Thymus und in der Lunge. Charakteristisch ist, dass sie in ihren Zellen die hormonelle Substanz Serotonin bilden. Das Karzinoid des Magendarmtrakts findet sich in 30 Prozent der Fälle im Magen und Zwölffingerdarm (Duodenum), in 45 Prozent im Bereich des Blinddarms und in zehn Prozent im Enddarm.

Symptome

Patientinnen und Patienten zeigen typische Krankheitssymptome, bestehend aus anhaltendem Durchfall, plötzlich auftretenden Hitzegefühlen, Gesichtsrötungen (sogenannte Flushes) und Störungen der Herzfunktion wie z. B. Herzrasen.

Diagnose

Eine Diagnose ist nicht einfach zu stellen, da viele Erkrankungen zunächst lange unerkannt bleiben. Heutzutage ist es aber möglich, erhöhte Serotoninwerte im Blut bzw. im Urin dessen Abbauprodukt, die 5-Hydroxyindolylessigsäure, festzustellen.

Zur Ortung des Tumors werden die herkömmlichen bildgebenden Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRI) eingesetzt. Zusätzlich können mittels Szintigraphie oder einer PET-Untersuchung auch kleine Metastasen zunehmend zuverlässig erkannt werden.

Behandlungen

Die Therapie besteht aus der Entfernung des Tumors bzw. der betroffenen Magen-Darmabschnitte und möglicher Metastasen. Zusätzlich können in ausgedehnten Fällen spezielle Medikamente eingesetzt werden. Diese blockieren die Wirkung des Serotonins und hemmen auch das Tumorwachstum.

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)

Der gastrointestinale Stromatumor ist eine Tumorerkrankung, die vom Binde- und Stützgewebe ausgeht und daher im gesamten Magen-Darmtrakt auftreten kann. In zirka zwei Drittel der Fälle finden sich Tumoren im Magen. Etwas weniger als ein Drittel der Fälle kommt im Dünndarm vor, selten ist die Speiseröhre oder der Dickdarm befalllen.

Patientinnen und Patienten sind meist über 50 Jahre alt und Männer sind häufiger betroffen. Etwa die Hälfte der Erkrankten weist bei der Diagnosestellung bereits Fernmetastasen auf.

Als Ursache für gastrointestinale Stromatumoren konnte die Genmutation eines Signalrezeptors an der Oberfläche bestimmter Zellen des Magendarmtrakts (Casal-Zellen) nachgewiesen werden.

Symptome

Die Symptome sind uncharakteristisch. Da die Tumoren im Magen-Darm-Trakt vorkommen, sind sie meist mittels Endoskopie und Biopsie nachweisbar. Wichtig ist, dass bei Verdacht in den Biopsien oder Operationspräparaten versucht wird, den KIT Rezeptor an der Zelloberfläche mit entsprechenden speziellen Färbemethoden nachzuweisen.

Behandlungen

Gastrointestinale Stromatumoren sollten, sofern möglich, chirurgisch entfernt werden. Ist eine radikale Entfernung nicht mehr durchführbar oder haben sich bereits Metastasen gebildet, können heute Medikamente eingesetzt werden, die den Signalrezeptor an der Zelloberfläche oder dessen Wirkung in der Tumorzelle blockieren. Je nach Situation können diese Medikamente auch zur Verhinderung eines Wiederauftretens (Rezidiv) nach der Tumorentfernung verabreicht werden.

Ein neueres Konzept ist die neoadjuvante Therapie. Dabei erfolgt vor einer allfälligen Operation zunächst eine Behandlung mit Medikamenten, um den Tumor zu verkleinern. Der Eingriff selbst erfolgt erst nach 6 bis 12 Monaten medikamentöser Behandlung.

Magengeschwür (Ulkus)

Ein Ulkus, im Volksmund auch Magengeschwür genannt, ist kein Tumor. Es handelt sich vielmehr um einen tiefen Gewebedefekt in der Schleimhaut des Magens (Ulcus ventriculi oder Magenulkus) oder des Zwölffingerdarms (Ulcus duodeni). Das Ulcus duodeni ist dreimal häufiger als das Ulcus ventriculi und kommt dreimal häufiger beim Mann vor als bei der Frau. Beim Magenulkus ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Ulkuskrankheiten sind häufige Erkrankungen. Pro Jahr ist mit ungefähr 50 neuen Magengeschwüren pro 100’000 Menschen zu rechnen.

Als Ursache wird ein Missverhältnis zwischen schleimhautschützenden und schädigenden Faktoren angesehen. Am häufigsten liegt eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) vor, welche schliesslich zum Ulkus führt.

Fast 100 Prozent aller Patienten mit einem Ulcus duodeni und 75 Prozent der Patienten mit einem Magenulkus weisen einen bakteriellen Befall mit dem Helicobacter-Pylori-Bakterium (HP-Befall) auf. Der häufigste Grund für einen Ulkus ohne HP-Befall ist die Einnahme von Schmerzmitteln wie Diclofenac, Ibuprofen oder Indometacin über längere Zeit. Neben diesen bekannten Schmerzmitteln können auch Chemotherapeutika ein Ulkus verursachen, und bei Raucherinnen und Rauchern tritt die Krankheit ebenfalls häufiger auf.

Des Weiteren finden sich Magengeschwüre (Ulzera) gehäuft bei Patienten mit erhöhter Magensäureproduktion (Zollinger-Ellison Syndrom) oder bei einer Störung der Nebenschilddrüsen (Hyperparathyreoidismus). Eine weitere Ausprägung ist das sogenannte Stress-Ulkus, welches meist unter intensivmedizinischer Behandlung auftritt, z. B. nach Verbrennungen, grossen Operationen oder schweren Unfällen.

Symptome

Häufige Symptome sind Schmerzen im oberen Bauchbereich, unklarer Eisenmangel und Blutarmut bis hin zu offensichtlichen Magendarmblutungen. Die Symptome einer Gastritis, eines Ulkus oder eines Magenkarzinoms unterscheiden sich nicht. Deshalb sollten alle Patientinnen und Patienten, die länger als vier Wochen über Magenschmerzen klagen, untersucht werden.

Diagnose

Die Diagnose kann mittels einer Endoskopie gesichert werden, wobei gleichzeitig eine Infektion mit Helicobacter pylori nachgewiesen und mittels Biopsien ein Karzinom ausgeschlossen werden kann.

Von Magengeschwüren abzugrenzen ist der sogenannte Reizmagen, welcher längerdauernde Beschwerden verursacht, ohne dass ein Ulkus nachgewiesen werden kann. Die Beschwerden wechseln häufig und verstärken sich bei psychischer Belastung. Als Ursache kommt eine Magenentleerungsstörung, eine Störung der nervalen Magensteuerung sowie eine vermehrte Schmerzempfindlichkeit des Magens in Frage.

Behandlungen

Nachdem ein Ulkus ausgeschlossen und die Erkrankten über die Möglichkeit eines Reizmagens aufgeklärt wurden, besteht der erste Behandlungsversuch in der Einnahme eines Säurehemmers für vier bis sechs Wochen sowie der Gabe von motilitätsfördernden Medikamenten, aber auch von pflanzlichen Produkten wie z. B. Iberogast-Tropfen. Auch autogenes Training kann bei Reizmagen helfen.

Beim einfachen Magen- oder Duodenalulkus besteht die Therapie aus dem Weglassen der Ursachen, einer Therapie mit einem Hemmer der Magensäureausscheidung (ein sogenannter Protonenpumpeninhibitor; abgekürzt PPI) und zusätzlich der Beseitigung der Helicobacter-pylori-Infektion mit Antibiotika. Damit können ca. 90 Prozent der Erkrankungen geheilt werden.

Eine Indikation für ein operatives Vorgehen stellen heute nur noch die Komplikationen des Ulkus dar. Dabei handelt es sich um akute Blutungen, Perforationen oder Verengungen des Magenausgangs nach mehreren Ulkusschüben. Die Ulkusblutung kann lebensgefährlich werden und bedarf einer sofortigen Blutungsstillung. Gelingt dies nicht auf endoskopischem Weg, muss die Blutungsquelle chirurgisch mit einer Naht geschlossen (umstochen) werden. Auch die Perforation des Ulkus stellt eine absolute Indikation für eine Notfalloperation dar. Dabei wird das Ulkus biopsiert und übernäht. In geeigneten Fällen gelingt dies heute laparoskopisch ohne Bauchschnitt.

Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist eine wichtige Drüse im menschlichen Körper. Sie liegt vor der Wirbelsäule und hinter dem Magen. Ihre Länge beträgt 16 bis 20 Zentimeter und der Durchmesser bis zu zwei Zentimeter. Bezüglich ihrer Form kann sie in einen Kopf, einen Körper und eine Schwanzregion unterteilt werden.

Das Pankreas wird umgeben vom Magen, dem Zwölffingerdarm (Duodenum), der Leber und der Milz sowie den grossen Blutgefässen des Bauchraums. Sie produziert pro Tag zirka eineinhalb Liter Sekret, welches die für die Verdauung – also zur Spaltung der aufgenommenen Eiweisse, Kohlenhydrate und Fette – wichtigen Enzyme enthält.

Durch ihren Ausführungsgang gelangen diese Verdauungsstoffe in den Zwölffingerdarm, wo die aktivierten Enzyme aufgenommene Nahrung in ihre Bestandteile zu spalten beginnen. Ebenfalls ist die Bauchspeicheldrüse eine hormonaktive Drüse und produziert in den Langerhans`schen Inseln das Insulin sowie dessen Gegenspieler, das Glukagon. Beide Hormone spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation des Kohlenhydratstoffwechsels und des Blutzuckerspiegels. In den Langerhans-Inseln wird auch das Somatostatin gebildet, welches Wachstumsvorgänge und den Zellabbau steuert, sowie das Ghrelin, welches wichtig ist für die Appetitsteuerung.

Akute Pankreatitis

Unter einer akuten Pankreatitis versteht man eine plötzlich auftretende Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Sie betrifft mehr Männer als Frauen. Pro Jahr treten etwa 20 Neuerkrankungen pro 100’000 Personen auf. Bei der akuten Pankreatitis werden zwei Formen unterschieden: die mild und selbstlimitierend verlaufende ödematöse Entzündung, welche zwar schmerzhaft ist, aber nach wenigen Tagen wieder ausheilt, und die schwere nekrotisierende Pankreatitis, die zu einer starken Entzündung führt, in deren Verlauf Teile des Pankreas absterben und zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild führen. Es kommt zu einer Schädigung der Bauchspeicheldrüsenzellen, was zu einer vorübergehenden Funktionseinschränkung der Bauchspeicheldrüse führt.

Als Ursache für beide Formen kommen in 40 Prozent der Fälle Gallensteine in Frage, die zu einer Blockade des Gallengangs und des Pankreasgangs führen können. Ist dies der Fall, wird möglichst rasch versucht, mittels einer speziellen Art der Endoskopie (ERCP) den im Hauptgallengang festsitzenden Stein zu entfernen, um ein Fortschreiten der Entzündung im Pankreas zu vermeiden.

In 35 Prozent aller Fälle ist übermässiger Alkoholkonsum verantwortlich für die Pankreatitis. Die restlichen 15 Prozent der Fälle verteilen sich auf eine Vielzahl von Ursachen wie Medikamente, genetische Vorbelastung, Verletzungen, Viruserkrankungen, Anlagestörungen des Pankreas usw. In einigen Fällen kann die Ursache letztlich nicht bestimmt werden.

Symptome

Charakteristisch für die Pankreatitis ist ihr akuter Beginn mit stärksten Oberbauchschmerzen, welche gürtelförmig in den Rücken ausstrahlend können, sowie Übelkeit mit Erbrechen und nicht selten auch Fieber.

In der Regel tritt rasch ein derart schweres Krankheitsgefühl auf, dass die Patienten von sich aus die Notfallstation eines Krankenhauses aufsuchen. Dort muss rasch die Diagnose einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse gestellt oder ausgeschlossen werden.

Diagnose

Einerseits finden sich in den Blutanalysen eine Erhöhung der Pankreaswerte und erhöhte Entzündungswerte. Aufgrund dieser Werte wird meist zusätzlich eine Computertomografie durchgeführt, die in den ersten Krankheitstagen eine ödematöse Aufschwellung des Pankreas zeigt.

Erst nach weiteren zwei bis vier Wochen werden in schweren Fällen die abgestorbenen Bereiche (Nekrosezonen) der Pankreasregion sichtbar. Durch die Bildgebung und die Laborwerte lassen sich auch Erkenntnisse über die Ursache der Pankreatitis gewinnen.

Behandlungen

Etwa 85 Prozent der Patientinnen und Patienten erkranken an der milden Form der akuten Pankreatitis. In diesen Fällen werden nur Symptome behandelt, z. B. mit der Gabe von Schmerzmitteln, Flüssigkeitsersatz und einer Verbesserung der allgemeinen Krankheitssymptome. Ebenfalls wird in der ersten Phase, während möglichst kurzer Zeit, ein Nahrungsverzicht (Nahrungskarenz) verordnet.

Etwa fünf Prozent aller Patientinnen und Patienten erleiden eine schwere Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Bei diesem Krankheitsbild kann es rasch zur Erkrankung weiterer Organsysteme kommen, was eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich macht. Neben dem Versagen lebenswichtiger Organsysteme stellt die Infektion der zerstörten Pankreasabschnitte durch Bakterien ein lebensbedrohliche Komplikation dar. Selbst ohne Nekrose beträgt die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben (Letalität), trotz intensivmedizinischer Behandlung auch heute noch zirka zehn bis 15 Prozent. Dieses Risiko kann auf bis zu 50 Prozent ansteigen, falls grosse Nekroseteile infiziert werden und es zu Abszessen kommt. Aber auch wenn diese schwere Erkrankung ausheilt, was nicht selten einen Spitalaufenthalt von mehreren Wochen erfordert, kann es durch den erlittenen Funktionsausfall der Bauchspeicheldrüse zu lebenslangen Verdauungsstörungen und einem Diabetes mellitus kommen.

Zur Behandlung eines Funktionsausfalls der Bauchspeicheldrüse stehen heute Verdauungsenzyme in Kapselform zur Verfügung. Eine Diabeteserkrankung bedingt nicht selten die Gabe von Insulin, um den Blutzucker wieder normalisieren zu können. Eine leichte, ödematöse Pankreatitis stellt nie eine Indikation für ein chirurgisches Vorgehen dar. Die Gallenblase muss nur entfernt werden, falls Gallensteine als Ursache in Frage kommen. Bei der schweren Pankreatitis kann eine Operation jedoch akut indiziert sein. Der Eingriff zielt darauf ab, das infizierte und abgestorbene Gewebe im und um das Pankreas zu entfernen. Haben sich infizierte Zysten gebildet, kann auch Computertomogramm-gesteuert eine Drainage eingelegt werden.

In schwereren Fällen versuchen wir, mittels Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) die Nekrosezone zu entfernen. In schwersten Fällen müssen wir diese Entfernung am geöffneten Bauch durchführen.

Als Folge einer Gewebeeinschmelzung können sich nach einigen Wochen flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in der Pankreasregion bilden. Bestehen die Hohlräume länger als vier Wochen, werden sie als Pseudozysten bezeichnet. Sollten diese Zysten Beschwerden verursachen, können sie drainiert oder in günstigen Fällen mittels einer Laparoskopie in den Dünndarm abgeleitet werden. Nur in wenigen Fällen ist es nötig, einen Teil des Pankreas abzutrennen, um die Pseudozyste zu entfernen.

Chronische Pankreatitis

Unter einer chronischer Pankreatitis versteht man eine chronisch andauernde Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die durch eine fortschreitende (progrediente) Schädigung der Bauchspeicheldrüse zu einem langsamen, aber kontinuierlichen Funktionsverlust der Drüse führt. Dadurch kommt es einerseits zu einem Verlust der wichtigen Verdauungsenzyme mit Entstehung chronischer, überreichender Durchfällen und einem chronischen Gewichtsverlust durch die entstehende Mangelernährung. Genauso gravierend ist der Verlust der Langerhans-Inseln mit entsprechenden Störungen des Zuckerstoffwechsels und einem Ansteigen des Blutzuckers.

In westlichen Ländern ist der chronische Alkoholkonsum die häufigste Ursache einer chronischen Pankreatitis und für rund 80 Prozent aller Erkrankungen verantwortlich. In zirka 15 Prozent der Fälle wird es nicht gelingen, eine Ursache aufzudecken. Darüber hinaus existieren zahlreiche seltene Ursachen für die chronische Pankreatitis: Gendefekte, eine Fehlanlage der Bauchspeicheldrüsengänge (Pancreas divisum), Medikamente, Stoffwechselstörungen wie z. B. der Hyperparathyreoidismus oder Autoimmunerkrankungen.

Symptome

Ein Charakteristikum der chronischen Pankreatitis sind die im Laufe der Krankheit fast immer auftretenden Oberbauchschmerzen, welche oft gürtelförmig in den Rücken ausstrahlen und deren Ursache bis heute nicht genau geklärt ist. Da diese Schmerzen zum Teil kaum auf Schmerzmittel ansprechen, wird die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen und Patienten zusätzlich zum Funktionsverlust des Pankreas massiv eingeschränkt.

Die Erkrankung zeigt nicht immer das Vollbild der Symptome und wird in einzelnen Fällen erst durch Komplikationen oder fortgeschrittene Krankheitsfolgen bemerkt.

Diagnose

Die Diagnose wird gestellt durch eine sorgfältige Erhebung der Krankheitsgeschichte inklusive Fragen zum Alkoholkonsum und einer genauen körperlichen Untersuchung. Erhärtet sich der Verdacht auf eine chronische Pankreatitis, erfolgt meist eine Computertomografie (CT), die Aufschluss über chronische Entzündungszeichen (Formveränderungen, Kalkablagerungen und Gangerweiterungen) gibt. Je nach Fragestellung werden zusätzlich eine MRI-Untersuchung durchgeführt oder heute selten eine endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikografie (ERCP).

Neben der morphologischen Untersuchung ist eine Messung der Pankreas- und Entzündungswerte im Blut wichtig. Ebenfalls wird das Ausmass des Funktionsausfalls sowohl in Bezug auf die Verdauungsleistung (exokrine Funktion) als auch in Bezug auf die Blutzuckerregulation untersucht. Dazu stehen heute Tests zur Verfügung, welche in der Lage sind, die Enzymaktivität im Stuhl zu messen als auch die Blutzuckerregulation und die Reserven der Insulinproduktion (Glukosetoleranztest, HbA1c Bestimmung, C-Peptidmessung) genauer zu analysieren.

Behandlung

Die Therapie umfasst einerseits die Beseitigung der Ursache, die Verminderung der Krankheitssymptome und den Ausgleich (Substitution) des exo- und endokrinen Funktionsausfalls. Wenn immer möglich sollte auf weiteren Alkoholkonsum verzichtet und das Rauchen eingestellt werden, da auch Nikotin als Risikofaktor für eine Pankreatitis gilt.

Für Patientinnen und Patienten steht meist der teils kaum erträgliche Oberbauchschmerz sowie der fortschreitende Gewichtsverlust im Vordergrund. Zur Behandlung werden zwei Ansätze empfohlen:

• Eine medikamentöse Behandlung mit einer Kombination verschiedener Schmerzmittel (z. B. Panadol oder Novalgin) mit Opiaten.
• Die Einnahme von mehreren kleineren, aber kohlenhydratreichen Mahlzeiten, idealerweise zusätzlich mit erhöhtem Anteil an mittelkettigen Fettsäuren (MCT-Fette).

Der exokrine Funktionsverlust kann durch eine Enzymsubstitution aufgefangen werden. Zusätzlich sollte ein Polyvitaminpräparat eingenommen werden. Zur Behandlung des endokrinen Funktionsverlusts muss eventuell Insulin zur Normalisierung des Blutzuckers verabreicht werden.

Bestehen Verengungen oder Blockaden des Pankreasausführungsgangs, z. B. durch Steine, können diese Verengungen heute mittels endoskopischer Verfahren mit einem Ballon wieder erweitert werden. Steine werden entweder endoskopisch entfernt oder teilweise zertrümmert. Zusätzlich kann der Pankreasgang mit einer Kunststoff-Endoprothese geschient werden. Ebenfalls können Pseudozysten in geeigneten Fällen endoskopisch drainiert werden. Durch die Möglichkeiten der Endoskopie wird die Indikation zur Operation strenger gestellt.

Kann ein Hindernis im Pankreasgang nicht endoskopisch aus dem Weg geräumt werden, ist eine Drainageoperation angezeigt. Dabei wird der Gang des Pankreas mit einer Dünndarmschlinge verbunden, um die Verengung funktionell zu entlasten.

Führt die chronische Pankreatitis zu einer Einengung der Mündung des Hautgallengangs, so kann auf operativem Weg eine Verbindung des Gallengangs in den Dünndarm hergestellt werden, um die Einengung zu umgehen.

Auch eine grosse Pseudozyste kann auf diese Weise drainiert werden, insbesondere dann, wenn eine endoskopische Therapie nicht zum Erfolg führte. Eine Teilresektion des Pankreas wird nur durchgeführt, wenn verschiedene Komplikationen oder chronische Schmerzen vorliegen.

Bei einer Vergrösserung des Pankreaskopfs durch die chronische Entzündung mit Einengung der Gallenwege oder des Pankreasgangs und nicht beherrschbaren Schmerzzuständen, ist die Entfernung des Pankreaskopfs unter Erhalt des Duodenums als ideale Indikation anzusehen.

Demgegenüber ist bei der chronischen Pankreatitis nur sehr selten die Entfernung des hinteren Teils des Pankreas als Indikation anzusehen.

Ebenfalls sollte, wenn immer möglich, das Pankreas nicht vollständig entfernt werden, da die funktionellen Ausfälle die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten massiv einschränken und die Gefahr schwerer, z.T. tödlicher Unterzuckerungen besteht. Während insbesondere die Drainage einer Pseudozyste in Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) durchgeführt werden kann, ist die Pankreaskopfoperation noch immer eine Domäne der offenen Chirurgie über einen Bauchschnitt. Insbesondere nach einer Teilentfernung des Pankreas müssen zirka alle drei Monate Kontrollen der Verdauung und des Blutzuckers vorgenommen werden, um eine Anpassung der Enzymsubstitution vornehmen oder den Insulinbedarf einstellen zu können.

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreastumoren)

In der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) können eine Vielzahl unterschiedlicher Tumoren auftreten. Diese können gutartig oder bösartig sein. Erstere können im Verlauf ihrer Entwicklung auch Eigenschaften bösartiger Tumoren annehmen.

Das Pankreaskarzinom ist aktuell das dritthäufigste Karzinom des Verdauungstrakts. Es tritt bevorzugt bei Menschen jenseits des 70. Altersjahres auf. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Die Ursachen für die Karzinomentwicklung sind nicht im Detail geklärt. Allerdings sind eindeutige Risikofaktoren bekannt, welche die Karzinomentstehung begünstigen: Nikotinkonsum, hoher Alkoholkonsum und Übergewicht.

In den letzten Jahren konnten verschiedene Veränderungen des Pankreasganges als Ausgangspunkt für eine Tumorentstehung identifiziert werden. Bei frühzeitiger Therapie haben diese Gangveränderungen eine sehr gute Prognose.

Zystische Veränderungen des Pankreas können im weiteren Verlauf ebenfalls zu einem Karzinom führen. Ferner ist eine erbliche (familiäre) Variante des Pankreaskarzinoms bekannt, und verschiedene genetische Syndrome können das Risiko ebenfalls deutlich erhöhen (Peutz-Jeghers Syndrom, hereditäre Pankreatitis, familiäres Mamma- und Ovarialkarzinom usw.).

Bösartige Tumoren zeichnen sich durch ein aggressives Wachstum aus. Sie befallen (infiltrieren) benachbarte Organe und bilden rasch Absiedelungen in weit entfernten Geweben (Fernmetastasen). So weisen bereits bei einer Tumorgrösse von zwei Zentimetern 40 Prozent der Patientinnen und Patienten Metastasen beim Pankreaskarzinom auf.

In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich beim Pankreaskarzinom um einen bösartigen Tumor, der aus Drüsengewebe hervorgegangen ist. Dieses sogenannte Adenokarzinom betrifft in 70 Prozent der Fälle den Pankreaskopf. In seltenen Fällen tritt das Karzinom am Abschlussorgan des Hauptgallenganges, der sogenannten Papille, auf. Obwohl diese Karzinome praktisch die gleichen Symptome hervorrufen, sind sie deutlich besser heilbar und werden deshalb vom Pankreaskarzinom abgegrenzt.

Symptome

Problematisch beim Pankreastumor ist das Fehlen von Frühsymptomen. Aber auch im späteren Verlauf sind die Symptome häufig unspezifisch, sodass der Krebs meist eher zufällig entdeckt wird. Dies führt dazu, dass über 50 Prozent der Patientinnen und Patienten bei der Diagnosestellung bereits Fernmetastasen entwickelt haben.

Oberbauchschmerzen, die über vier Wochen anhalten, sollten deshalb abgeklärt werden. Ebenfalls sollte beim Auftreten einer Gelbsucht (Ikterus) ein Pankreaskarzinom ausgeschlossen werden.

Beim Befall (Infiltration) des Magenausganges durch den Tumor kann es zur sogenannten Magenausgangsstenose mit verstärkter Übelkeit, Völlegefühl und gehäuftem Erbrechen kommen. Im Übrigen sind die Symptome mit denjenigen einer anhaltenden Entzündung der Bauchspeicheldrüse (chronische Pankreatitis) praktisch identisch.

Diagnose

Besteht ein konkreter Verdacht, wird heute als Erstuntersuchung meist ein Computertomogramm (CT) erstellt. Mehr Informationen können heute mit der Magnetresonanztomografie (MRI) Untersuchung gewonnen werden, welche sowohl einen Tumor sichtbar machen als auch Veränderungen des Gallengangs, des Pankreasgangs und die Infiltration von Gefässen aufdecken kann.

Diese Untersuchungen werden auch zum Ausschluss von Fernmetastasen, hauptsächlich Lebermetastasen und Lungenableger, verwendet. Bei Bedarf kann zusätzlich eine Endoskopie erfolgen – entweder in Form einer ERCP (Darstellung der Gallenwege und des Pankreasganges) oder einer Endosonografie. Bei Letzterer wird während der Endoskopie eine spezielle Ultraschalluntersuchung vom Magen und Zwölffingerdarm (Duodenum) aus vorgenommen.

Bei speziellen, hormonaktiven (endokrinen) Tumoren kann eine PET-Computertomografie durchgeführt werden, um die Tumore zu lokalisieren und ihre Metastasen zu erkennen.

Behandlungen

Ist der Tumor noch nicht zu weit fortgeschritten, so stellt die radikale Tumorentfernung, am häufigsten in Form einer Pankreaskopfresektion, die einzige Therapie mit einer Aussicht auf Heilung dar. Dabei wird der Pankreaskopf zusammen mit dem Zwölffingerdarm (Duodenum), der unteren Hälfte des Gallenganges und der benachbarten Lymphknoten entfernt. Je nach Tumorsituation muss dabei der Magenausgang mitentfernt werden. In günstigen Fällen kann der Magen heute jedoch in seiner Gesamtheit erhalten werden.

Bei der chronischen Pankreatitis kann im Gegensatz dazu der Zwölffingerdarm erhalten werden. Ebenfalls müssen die benachbarten Lymphknoten nicht entfernt werden.

Tumoren im hintersten Pankreasanteil werden mit einer Linksresektion entfernt, zusammen mit der Milz, um die umliegenden Lymphknoten ausreichend radikal entfernen zu können.

Bei Pankreaskarzinomen im Mittelteil der Bauchspeicheldrüse (Corpus und Pankreaskörper) oder bei Karzinomen, welche das ganze Pankreas infiltrieren, kann eine totale Entfernung des Pankreas zur Diskussion stehen. Allerdings muss der Nutzen sehr sorgfältig abgewogen werden, da nach vermeintlich radikaler Tumorentfernung häufig Rückfälle (Rezidive) in Form von lokalen Tumoren oder Fernmetasten auftreten und die Lebensqualität durch den exo- und endokrinen Funktionsausfall beträchtlich beeinträchtigt wird.

Nur ca. 20 Prozent der Pankreaskarzinome können auf diese Weise radikal entfernt werden. Je nach Befall der Lymphknoten wird im Anschluss an die Operation eine Chemotherapie empfohlen.

Fortgeschrittene Tumoren ohne Fernmetastasen

Bei ca. 30 Prozent aller Patientinnen und Patienten bestehen noch keine Fernmetastasen. Der Tumor ist jedoch bereits in wichtige benachbarte Organstrukturen eingewachsen und kann deshalb nicht mehr radikal entfernt werden.

In diesen Fällen kommen sogenannte palliative Verfahren zum Zuge. Palliativ bedeutet schmerzlindernd oder die Beschwerden einer Krankheit lindernd. Eine Heilung ist nicht mehr das Ziel der Behandlung. Die Massnahmen zielen darauf ab, schwere Symptome zu lindern und den Allgemeinzustand soweit zu bessern, dass eine ebenfalls palliative Chemotherapie verabreicht werden kann. So kann ein Verschluss des Gallengangs mittels Endoskopie und Stenteinlage häufig wieder durchgängig gemacht werden. Ein Stent ist ein medizinisches Implantat, mit dem ein Gefäss oder ein Hohlorgan wieder passierbar gemacht werden kann. Es ist auch möglich, eine Magenausgangsstenose mit einem Stent zu behandeln und die Magenfunktion damit zu verbessern. In geeigneten Fällen kann mittels Vorbehandlung der Patientin bzw. des Patienten mittels Chemotherapie ein nicht operierbarer (irresektabler) Tumor wieder entfernbar gemacht werden.

Neuerdings werden zunehmend und mit guten Erfolgen auch Verfahren eingesetzt, welche mittels ultrakurzer, starker Stromstösse (Irreversible Elektroporation IRE) Herde des Pankreaskarzinom zerstören können. Diese Massnahme kann bei lokal nicht mehr entfernbaren Tumoren, welche noch keine Ableger gebildet haben, ebenfalls zum Einsatz kommen.

Tumoren mit Metastasen

Etwa 50 Prozent aller Patientinnen und Patienten werden bereits bei der Diagnosestellung Metastasen entwickelt haben. In dieser Situation wird mittels Chemotherapie (meist Gemcitabin als alleinige Therapie oder in Kombination) versucht, das weitere Fortschreiten des Karzinoms zu verzögern und den Allgemeinzustand anzuheben.

Weitere Tumorformen

Neben dem leider häufigen Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse unterscheiden wir mehrere andere Tumorformen, die vorwiegend Zysten bilden, sich aus neuroendokrinen Zellen gebildet haben oder aus den Langerhans-Inseln entspringen und den Hormonhaushalt durch Überproduktion eines Hormons (Insulinom, Glucagonom) beeinträchtigen. Positiv an diesen Formen ist, dass sie in der Regel eine deutlich günstigere Prognose als das Pankreasadenokarzinom aufweisen.

Auch diese Arten von Bauchspeicheldrüsentumoren sollten wenn möglich chirurgisch entfernt werden. Bei der Behandlung von neuroendokrinen Tumoren haben sich Kombinationsbehandlungen etabliert, welche neben der Chirurgie auch nuklearmedizinische und spezielle medikamentöse Therapien umfassen.

Schmerztherapie

Sollten starke Schmerzen auftreten, können heute neben der Verabreichung von Schmerzmitteln auch mit chirurgischen Eingriffen wichtige Schmerzzentren des Bauchraumes gezielt ausgeschaltet werden. Dies ermöglicht den Patientinnen und Patienten eine dauerhafte Schmerzlinderung.

Erfahrung steigert Erfolgschancen

Operationen an der Bauchspeicheldrüse sind komplexe Eingriffe. In den letzten Jahrzehnten konnte gezeigt werden, dass in Zentren mit höherer Patientenzahl die Ergebnisse deutlich besser sind – sowohl in Bezug auf begleitende Komplikationen nach dem Eingriff als auch in Bezug auf das Tumorüberleben. Deshalb bleibt diese Operation wenigen Zentren vorbehalten. In der Regionen Bern und Biel besitzen sowohl die Hirslandenklinik Beausite in Bern als auch das Inselspital grosse Erfahrung in der Behandlung dieser komplexen Tumorerkrankungen.

Mögliche Komplikationen

Auch in erfahrenen Händen kann es nach der Operation gelegentlich zu Komplikationen kommen. Diese hängen in ihrer Häufigkeit von der Art der Tumorausdehnung, der Beschaffenheit der Bauchspeicheldrüse und vom Allgemeinzustand der Patientin bzw. des Patienten ab. Neben gängigen Komplikationen nach Operationen wie z. B. Blutungen, Infektionen oder Thrombosen hat das Auftreten einer Pankreasfistel (Austritt von Pankreasenzymen in die Bauchhöhle) einen besonderen Stellenwert. Obwohl die meisten Fälle mit Medikamenten oder einer Drainageeinlage geheilt werden können, verlängern sie den Spitalaufenthalt doch erheblich. Eine ebenfalls sehr häufige Erscheinung nach einer Pankreaskopfresektion ist die Magenentleerungsstörung. Sie verzögert den Nahrungsaufbau und kann den Spitalaufenthalt deutlich verlängern.

Prognose

Nach einer chirurgischen Tumorentfernung an der Bauchspeicheldrüse können wie bei der chirurgischen Behandlung der chronischen Pankreatitis hormonelle Funktionsstörungen auftreten, welche entsprechend behandelt bzw. substituiert werden müssen. Trotz radikaler Entfernung der Tumoren leben leider nur etwa 20 Prozent der operierten Patientinnen und Patienten länger als fünf Jahre nach der Operation. Ohne Operation ist die Überlebenszeit jedoch noch wesentlich kürzer.

Leber

Die Leber liegt, gut geschützt von den Rippen, im rechten Oberbauch gleich unterhalb des Zwerchfells. Sie ist das zentrale Organ des menschlichen Stoffwechsels und filtert das ganze Blut aus dem Magendarmtrakt. Stoffwechselprodukte, Medikamente, Abfallstoffe und Nahrungsbestandteile werden hier umgewandelt oder abgebaut. Neben der Gallenflüssigkeit werden auch Proteine für die lebenswichtige Blutgerinnung in der Leber produziert. Als einziges Organ im menschlichen Körper kann die Leber nach einer Teilentfernung wieder nachwachsen.

Leberzirrhose

Die Leberzirrhose ist eine Vernarbung der Leber. Im Zuge der Vernarbung kommt es zu einem Verlust der normalen Organarchitektur mit der Bildung von Knoten und einer Vermehrung von Bindegewebe. Alle chronischen Lebererkrankungen können zu einer Leberzirrhose führen, und viele Betroffene merken gar nicht, dass sie eine Zirrhose haben.

Symptome

Meistens wird die Leberzirrhose durch ihre Komplikationen bemerkt. Patientinnen und Patienten beklagen sich über Müdigkeit oder über mit der Grundkrankheit verbundene Symptome.

Welche Komplikationen und Gefahren treten auf?

• Innere Blutungen (vor allem aus Krampfadern in der Speiseröhre, sogenannte Ösophagusvarizen)
• Wasserbauch (Aszites)
• Gelbsucht (Ikterus)
• Hepatische Enzephalopathie (eine Selbstvergiftung, weil die Leber Gifte aus dem Darm nicht mehr filtriert)
• Muskelschwund
• Muskelkrämpfe

Viele Patienten sterben nicht an der Zirrhose selbst, sondern an einer zirrhotischen Komplikation. Zur Diagnose einer Zirrhose führen meistens die Symptome der Patientinnen und Patienten, die durch die Komplikationen verursacht werden.

Diagnose

Um die Diagnose zu sichern, muss eine Leberbiopsie durchgeführt werden. Auf diese Weise kann das Gewebe untersucht und der Umbau der Leberzellen bestätigt werden.

Behandlung

Als erste Massnahme muss die Grundleberkrankheit identifiziert und behandelt werden. Dadurch lässt sich häufig die Situation deutlich verbessern und die Narben in der Leber können sich etwas lösen. In einem weiteren Schritt müssen die Folgen der Leberzirrhose behandelt werden:

Blutungen

Blutungen können endoskopisch (Verödung oder Ligatur der Krampfadern), radiologisch (TIPS), chirurgisch oder medikamentös (b-Blocker) behandelt werden.

Wasserbauch

Gegen den Wasserbauch (Aszites) verschreiben wir harntreibende Medikamente.

Funktionsstörungen des Gehirns (Enzephalopathie)

Die Enzephalopathie kann mit Medikamenten oder Diät (salzarm, in der Regel reich an Eiweiss, häufige kleine Mahlzeiten) behandelt werden. Alkohol ist zu vermeiden. Die einzige Heilungsmöglichkeit stellt zur Zeit eine Lebertransplantation dar. An Möglichkeiten, die Zirrhose medikamentös zu heilen, wird aktiv geforscht.

Gutartige Lebertumoren

Gutartige Lebertumoren sind relativ häufig. Die meisten von ihnen rufen keine Symptome hervor, sondern werden zufällig im Rahmen einer Ultraschall- oder einer anderen bildgebenden Untersuchung diagnostiziert. Kontrolliert man die Leberwerte im Blut, liegen diese meist im normalen Bereich oder weichen nur geringfügig davon ab. Einige Tumoren führen zu einer abnormen Vergrösserung der Leber (Hepatomegalie), verursachen Schmerzen im rechten Oberbauch oder eine Blutung im Bauchraum.

Für eine Diagnose sind bildgebende Verfahren meist ausreichend. Manchmal werden sie durch eine Gewebeentnahme

Fokal noduläre Hyperplasie

Die fokal noduläre Hyperplasie (FNH) ähnelt in der Bildgebung einem gutartiger Tumor, ist aber eigentlich eher als Anlagestörung der Leberzellen zu verstehen. Vergleichbar ist die Störung mit Dachziegeln, die nicht korrekt aufgereiht wurden und die aus der Ferne betrachtet ein ungleichmässiges Muster auf dem Dach ergeben. Die fokal noduläre Hyperplasie kommt deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern vor. Da sie meistens keine Beschwerden verursacht, wird sie für gewöhnlich als Zufallsbefund entdeckt. Ein Zusammenhang mit Hormonen (Schwangerschaft / Anti-Baby Pille) konnte nicht nachgewiesen werden, ebenso wenig eine mögliche Entartung zum bösartigen Tumor. Entsprechend ist eine chirurgische Entfernung nur sehr selten indiziert. Aufgrund ihres charakteristischen Erscheinungsbilds genügen für die Diagnosestellung eine oder zwei Bildgebungen der Leber. Eine Leberbiopsie (Entnahme von Lebergewebe mit einer feinen Nadel) ist überflüssig.

Blutschwämme (Hämangiome)

Hämangiome der Leber sind häufige, gutartige Tumoren, die wenige Millimeter bis zu über 15 Zentimeter (Riesenhämangiome) gross werden können. Die allermeisten Hämangiome verursachen keine Beschwerden und sind absolut harmlos. Das Risiko eines spontanen Durchbruchs (Ruptur) oder einer Ruptur aufgrund eines Bauchtraumas ist auch bei sehr grossen Hämangiomen sehr gering.

Viele Blutschwämme werden als Zufallsbefund entdeckt, zum Beispiel im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomografie. Eine chirurgische Leberteilentfernung ist nur bei Beschwerden verursachenden, rasch wachsenden Hämangiomen oder bei Riesenhämangiomen gerechtfertigt.

Adenome

Adenome sind seltene, gutartige Tumoren der Leber, die gehäuft bei jungen Frauen auftreten. Es scheint einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Hormonen (z. B. Anti-Baby-Pille) und dem Vorhandensein und Grössenwachstum dieser Tumoren zu geben.

Im Gegensatz zu anderen gutartigen Lebertumoren können Leberadenome entarten, also bösartig werden. Auch Blutungen und Tumordurchbrüche (Rupturen) gehören zu den möglichen Komplikationen und treten vor allem bei den grösseren Tumoren (> 5 cm) auf. Besteht aufgrund der Bildgebung der Verdacht auf ein Leberadenom, wird meist eine chirurgische Entfernung angestrebt. In gewissen Situationen genügen aber auch engmaschige Nachkontrollen. Die Heilungsaussichten nach kompletter Entfernung des Adenoms sind ausgezeichnet.

Fuchsbandwurm (Echinocuccus mulilocularis/alveolaris)

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, dem der Fuchs als Hauptwirt dient. Er kommt ausschliesslich in der nördlichen Hemisphäre vor, wobei er vor allem in der Schweiz, in Österreich und in gewissen Gebieten Deutschlands verbreitet ist.

Heidelbeeren, die mit Eiern des Fuchsbandwurms kontaminiert sind, stellen eine der häufigsten Ansteckungsquellen dar. Die charakteristischen Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Blasen) wachsen in das umliegende Gewebe ein und zerstören es dabei. Eine radikale Chirurgie, ähnlich wie sie bei bösartigen Tumoren angewendet werden muss, stellt die einzige definitive Heilungsmöglichkeit dar. Ist eine chirurgische Entfernung nicht möglich, müssen lebenslang Medikamente eingenommen werden (Albendazol oder Mebendazol).

Hundebandwurm (Echinococcus granulosus)

Der Hundebandwurm ist wie der Fuchsbandwurm ein kleiner Parasit, der zu den Eingeweidewürmern (Helminthen) gehört. Man findet ihn vor allem in Griechenland und an der dalmatinischen Küste. Aber auch ausserhalb dieser Gebiete ist er relativ weit verbreitet.

Sein Hauptwirt ist der Hund – im Menschen siedeln sich nur die Larven des Hundebandwurms an. Vom menschlichen Darm aus gelangen die Larven in den Kreislauf und landen häufig in der Leber und auch in der Lunge, viel seltener im Bauchfell oder in anderen Organen.

In der Bildgebung erkennt man typische Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Blasen), die über mehrere Jahre hinweg immer grösser werden können. Als Therapie der Wahl werden die Zysten bei Beschwerden chirurgisch entfernt, zum Beispiel mittels einer Teilentfernung der Leber. Eine medikamentöse Therapie mit Albendazol oder Mebendazol wird dann eingesetzt, wenn eine chirurgische Entfernung nicht möglich oder nicht erwünscht ist.

Leberkrebs (Leberzellkrebs/Hepatozelluläres Karzinom)

Eine Leberzirrhose mit Knoten kann zu Leberkrebs führen. Leberzellkrebs wird in der Schweiz mit zunehmender Häufigkeit diagnostiziert. Fast immer wird er begleitet von chronischen Veränderungen oder Schädigungen der Leber (Leberzirrhose). Als Ursachen kommen eine Virusinfektion wie Hepatits B oder C, Alkoholismus, eine Leberverfettung oder eine Eisenüberladung in Frage.

Diagnose

Da der Tumor lange keine Beschwerden verursacht, wird Leberkrebs häufig erst spät entdeckt. Bei Patientinnen und Patienten mit Leberzirrhose sind deswegen engmaschige Kontrollen wichtig. Meistens wird die Leber halbjährlich mittels Ultraschall untersucht, um allfällige Veränderungen der Leber frühzeitig zu entdecken und zu behandeln.

Behandlungen

Die Therapie von Leberkrebs basiert auf drei Säulen:

• Der chirurgischen Entfernung mittels einer Leberteilentfernung oder bei ausgewählten Patienten mittels einer Lebertransplantation.
• Der lokalen Zerstörung von Tumorgewebe mittels Hitze (Mikrowellenablation oder irreversible Elektroporation) oder mittels Embolisation, d. h. einer Unterbindung der tumor-ernährenden Blutgefässe (transarterielle [Chemo-] Embolisation, auch TAE genannt) oder
• Der sogenannten systemischen Therapie mittels Medikamenten / Chemotherapien.

Bariatrie

Espace Chirurgie steht für eine moderne, qualitativ herausragende und interdisziplinäre Therapie der Adipositas. Wir legen grossen Wert auf eine persönliche Betreuung und Beratung.

Krankhaftes Übergewicht (Adipositas) zählt zu den chronischen, lebensbedrohlichen Erkrankungen. Adipositas beeinträchtigt die Lebensqualität, die Gesundheit und die Lebenserwartung. Eine nachhaltige, deutliche Reduktion des Gewichts lässt sich allein durch Ernährungsumstellung und die Steigerung der körperlichen Aktivität nahezu nie erreichen. Wir bieten Ihnen eine erfolgreiche Behandlung Ihres Übergewichts sowie der damit assoziierten Begleiterkrankungen. Dafür bündeln wir unser breites Fachwissen und unsere langjährige Erfahrung in einem interdisziplinären Team. Sie werden sehen: Durch die deutliche Gewichtsreduktion steigt Ihr Selbstbewusstsein und Ihr Selbstwertgefühl. Es öffnet sich für Sie die Tür in ein gesünderes, bewussteres und leichteres Leben.

Team

Dr. med. Christof Buser
FMH Chirurgie, Spezialgebiet Bariatrie und
Viszeralchirurgie

Bereits während seiner allgemeinchirurgischen Ausbildung konnte Christof Buser erste Erfahrungen in der Bariatrie sammeln – durch Mithilfe in der Sprechstunde sowie Assistenz bei Operationen im Adipositaszentrum des Inselspitals Bern. Im Kantonsspital Baselland wurde er von Dr. med. Giacinto Basilicata und Dr. med. Ivo Fischer zum bariatrischen und metabolischen Chirurgen ausgebildet, inklusive anschliessender Anerkennung durch die Schweizerische Gesellschaft für bariatrische und metabolische Erkrankungen (SMOB). 2017 wurde er zum Leiter des bariatrischen Primärzentrums am Kantonsspital Baselland ernannt. Mitte 2019 übernahm er zusammen mit Dr. med. André Witschi die auf Bariatrie spezialisierte Praxis von Dr. med. Jérôme Tschudi. Aktuell wird die Praxis zu einem interdisziplinären Adipositaszentrum ausgebaut.

Dr. med. André Witschi
FMH Chirurgie

Die bariatrische und metabolische Chirurgie weckte bereits früh in seiner Ausbildung André Witschis Interesse. Erfahrungen sammelte er unter anderem am Spitalzentrum Biel, dem Spital Tiefenau sowie am bariatrischen Zentrum des Universitätsspitals Bern. Eine vertiefte Spezialisierung erfolgte im Rahmen einer Fellowship Bariatrie am Beau Site Spital Bern. Dabei engagierte er sich insbesondere in der interdisziplinären Abklärung und Nachsorge der bariatrischen Patienten. Während der einjährigen Übernahmephase der bariatrischen Praxis von Dr. med. Jérôme Tschudi konnte er von dessen langjähriger Erfahrung profitieren. Moderne Ansätze der Übergewichtstherapie mit einer sorgfältigen Abklärung sowie einer konsequenten Nachsorge in einem interdisziplinären, motivierten Team sind ihm besonders wichtig, um das beste Resultat für seine Patientinnen und Patienten zu erreichen. Diese Vision konnte er nun zusammen mit Dr. med. Christof Buser am Bariatrie-Zentrum der Klinik Linde verwirklichen.

Behandlungskriterien

Krankenkassen sind verpflichtet, die Kosten für die Übergewichtsoperation zu übernehmen, falls folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Body Mass Index (BMI) über 35 kg/m2
  • Kumulativ mindestens 24 Monate konservative Therapie (Diät, Sport, Ernährungsberatung, medikamentöse Therapie, Magenballon usw.) in der Vorgeschichte
  • Drei Monate Bedenkzeit zwischen dem ersten Kontakt mit einem auf die Therapie des Übergewichts spezialisierten Arztes und der Operation

Für Patientinnen und Patienten, die diese Vorgaben nicht erfüllen, bieten wir dennoch eine umfangreiche Beratung und Therapie an. Es ist sicherlich falsch, die Therapie zu verzögern, weil Sie die Vorgaben der Krankenkasse noch nicht komplett erfüllen. In Frage kommen eine Ernährungsberatung und das Coaching der körperlichen Aktivität durch unsere Physiotherapie. Weiter besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung der Gewichtsreduktion oder einer interventionellen Therapie. Dank modernsten Verfahren ist es möglich, einen Magenballon ohne Magenspiegelung unter Röntgenkontrolle einzulegen. Nach 16 Wochen entleert sich der Ballon selbständig über ein Ventil und wird anschliessend über den Darm ausgeschieden. Dadurch können die bis anhin notwendigen Magenspiegelungen (mindestens zwei), die Sedation und deren Kosten gespart werden, was zu einer geringeren Belastung sowie tieferen Kosten für die Betroffenen führt.

Dank regelmässiger Kontrollen erreichen wir gemeinsam mit Ihnen einen maximalen Therapieerfolg. Ihre Adipositas-Chirurgen, Dr. Christof Buser und Dr. André Witschi, betreuen Sie dabei stets persönlich. Und zwar nicht nur während der Operation und Hospitalisation, sondern auch in den Jahren danach.

Anhand der Informationen aus gemeinsamen Gesprächen, den breiten Abklärungen vor der Operation sowie einer Besprechung im interdisziplinären Team werden wir für Sie eine optimale Therapieempfehlung nach neustem Stand der Wissenschaft entwickeln. Sämtliche Operationen erfolgen in Schlüsselloch-Technik über kleine Schnitte. Dies führt zu einer raschen Erholung, weniger Schmerzen und tiefsten Komplikationsraten.

Magenbypass

Der Magenbypass gilt als unübertroffene Standardbehandlung (Goldstandard) in der bariatrischen Chirurgie. Die Operation führt zu einem rasch einsetzenden Sättigungsgefühl und im Endeffekt dazu, dass kleinere Portionen verzehrt werden. Zusätzlich verändert sich die Hormonausschüttung des Verdauungstrakts positiv, was neben einer deutlichen Reduktion des Hungergefühls auch zu einer Verbesserung der Blutzucker- und Blutfettregulation führt.

Vorgehen

Der Bypass wird mittels Schlüssellochtechnik minimalinvasiv angelegt. Dabei wird aus dem obersten Magenanteil eine kleine Magentasche (Pouch) von 20 bis 30 Milliliter Volumen geformt und vom restlichen Magen abgetrennt.

Der Restmagen ist nun von der Nahrungspassage ausgeschlossen, wird aber im Körper belassen, da er weiterhin wichtige Funktionen übernimmt – zum Beispiel die Produktion der Magensäure. Diese Säure wird über den Zwölffingerdarm in den Dünndarm transportiert, wo sie sich mit den übrigen Verdauungssäften wie der Gallen- und der Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit mischt.

Nach 75 bis 100 Zentimetern kommt es zu einem Zusammenfluss der Verdauungssäfte und des Nahrungsbreis, welcher über eine zweite Dünndarmschlinge von 150 Zentimetern Länge aus dem Magen-Pouch hierher gelangt.

Magenschlauch – Sleeve-Gastrektomie

Die minimalinvasive Magenschlauch-Operation ist technisch etwas einfacher als der Magenbypass. Aus diesem Grund wurde sie zur weltweit am häufigsten durchgeführten Übergewichtsoperation.

Vorgehen

Entlang des kurzen Magenbogens wird ein Magenschlauch geformt. Der Durchmesser des Schlauchs wird mit einer Magensonde bestimmt, um die ideale Grösse für einen problemlosen Nahrungsdurchtritt bei gleichzeitig guter Gewichtsreduktion zu gewährleisten. Angestrebt wird ein Magenschlauchvolumen von zirka 100 Milliliter. Der Rest des Magens wird entfernt. Im Gegensatz zum Magenbypass wird am Dünndarm nichts verändert.

Magenballon

Wenn die Kriterien für die Kostenübernahme einer Übergewichtsoperation durch die Krankenkasse nicht erfüllt sind oder falls Sie lieber eine nicht-operative Therapie wünschen, können wir Ihnen die Gewichtsreduktion mittels Magenballon anbieten. Um einen langfristigen Erfolg zu erreichen, werden Sie vor der Einlage geschult, sowie während und nach der Ballon-Therapie im „Elipse-Ballon-Programm“ während 6 Monaten begleitet. Die Schulung übernehmen Dr. med. Christof Buser oder Dr. med. André Witschi sowie unser Team von der Ernährungsberatung.

Vorgehen

Die Einlage erfolgt durch Schlucken des klein verpackten, leeren Ballons. Unter Durchleuchtung (Röntgen) wird die korrekte Lage geprüft, bevor der Ballon über einen feinen Schlauch mit 550 Milliliter Flüssigkeit gefüllt wird. Nach erneuter Kontrolle der korrekten Lage wird der feine Schlauch abgezogen. Der Ballon verbleibt 16 Wochen im Magen, bevor er sich selbständig über ein Ventil entleert und anschliessend mit dem Stuhlgang über den Darm ausgeschieden wird.

Elipse – Ballon – Programm

Keine Operation – Keine Anästhesie – Keine Magenspiegelung

Diäten und Sport sind oft nicht genug.

Nach dem Beatungsgespräch mit den Übergewichtsspezialisten Dr. med. Christof Buser oder Dr. med. André Witschi, wird Ihre Ernährung durch die Experten der Ernährungsberatung analysiert: Es wird ein individueller Ernährungsplan entworfen, um die Gewichtsreduktion während den nächsten 6 Monaten zu optimieren. Danach erfolgt das Einlegen des Ballons und eine enge Betreuung durch uns in der ersten Woche.

Während der ganzen Zeit des Elipse-Ballon-Programmes werden Sie regelmässig durch die Ernährungsberatung kontrolliert. Zusätzlich erhalten Sie durch die Elipse-Waage und das Elipse-App stets einen Überblick über Ihre erzielten Erfolge. Im Schnitt sind Gewichtsverluste von 10 – 15 kg zu erwarten.

Dadurch, dass Sie auch nach der Entleerung des Ballons noch betreut werden, kann eine erneute Gewichtszunahme minimiert werden. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, durch eine medikamentöse Unterstützung den Gewichtsverlust weiter zu optimieren.

Umwandlungs-Operationen

Bei einem ungenügenden Gewichtsverlust, einer erneuten Gewichtszunahme oder bei einem Fortbestand der Begleiterkrankungen kann eine weitere chirurgische Anpassung sinnvoll sein. Diese kommt jedoch erst in Frage, wenn eine Optimierung der Ernährung sowie der körperlichen Aktivität nicht zum Erfolg geführt hat. Umwandlungs-Operationen sind technisch anspruchsvoller und das Risiko ist etwas höher. Wir führen diese Operationen im Beau-Site Bern durch, wo uns bei Bedarf eine Intensivstation zur Verfügung steht.

Operationsziele

Der Gewichtsverlust ist zwar der am einfachsten zu messende Wert und sicherlich ein wichtiger Aspekt der Behandlung. Am Wichtigsten ist jedoch nicht unbedingt die Gewichtsreduktion gemessen an den verlorenen Kilos, sondern die Verbesserung Ihrer Gesundheit durch Heilung oder Besserung der Begleiterkrankungen, die Steigerung der Lebensqualität und der Lebenserwartung. Bei Patienten mit vielen Begleiterkrankungen kann die Anzahl der täglich einzunehmenden Medikamente durch eine Operation deutlich gesenkt werden.

Bei folgenden übergewichtsbedingten Begleiterkrankungen kann durch die Operation eine Heilung oder zumindest deutliche Besserung erwartet werden:

  • Diabetes mellitus Typ II (Blutzuckerkrankheit)
  • Hoher Blutdruck
  • Hohe Cholesterin- und Blutfettwerte
  • Gelenkbeschwerden, insbesondere Wirbelsäule, Hüfte, Knie und Füsse
  • Reflux, saures Aufstossen
  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
  • Schnarchen
  • Mangelndes Selbstwertgefühl
  • Angststörungen
  • Depression
  • Zeugungsunfähigkeit (bei Mann und Frau)
  • Erektionsstörungen
  • Polyzystisches Ovar-Syndrom (PCO)
  • Bewegungsbedingte Kurzatmigkeit (Belastungs-Dyspnoe)

Daneben kann das Risiko gesenkt werden für die Entstehung von:

  • Herzinfarkten
  • Schlaganfällen
  • Herzversagen
  • Durchblutungsproblemen durch Gefässverschlüsse
  • Krebserkrankungen (Dickdarm, Gebärmutter, Eierstock, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase, Schilddrüse, Brust, Leukämie, Niere usw.)
  • Krampfadern
  • Gelenkproblemen (Einsatz einer Gelenkprothese)

Vor der Operation

Informationsgespräch

Im Informationsgespräch klären wir gemeinsam mit Ihnen verschiedene Fragen rund um die Therapie Ihres Übergewichts und stellen Ihnen die verschiedenen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten vor. Ausserdem informieren wir Sie über die Voraussetzungen, damit die Kosten der Behandlung von Ihrer Krankenkasse übernommen werden. Besteht von Ihrer Seite anschliessend weiter das Interesse an einer Therapie, erhalten Sie von uns einen detaillierten Fragebogen und einen Termin für das ausführliche Abklärungsgespräch.

Abklärungsgespräch

Beim zweiten Termin möchten wir Sie und Ihre Geschichte genauer kennen lernen. Um uns ein vollständiges Bild machen zu können, haben wir inzwischen mit Ihrem Einverständnis Berichte bei Ihrem Hausarzt angefordert. Gemeinsam besprechen wir auch den ausgefüllten Fragebogen. Anhand all dieser Informationen entscheiden wir, welche zusätzlichen Abklärungen und Beratungen vor einer Operation noch erforderlich sind.

Alle unsere Patientinnen und Patienten benötigen eine(n)

• Check beim Hausarzt mit grosser Blutentnahme und Elektrokardiogramm (EKG)
• Magenspiegelung
• Ultraschalluntersuchung des Bauches
• Ernährungsberatung
• Psychologische Beurteilung

Die Abklärungen und Beratungen werden für Sie von Espace Chirurgie organisiert.

Befundbesprechung und OP-Planung

Nachdem wir alle notwendigen Abklärungen durchgeführt haben, erörtern wir die Befunde im Team und besprechen diese anschliessend mit Ihnen in der Sprechstunde. Ist nichts aufgetaucht, was von medizinischer Seite gegen einen Eingriff spricht, können wir gemeinsam die Operation planen und ein Datum für den Eingriff festlegen.

Hospitalisation

Am Morgen der Operation treten Sie nüchtern, also ohne ein Frühstück zu sich genommen zu haben, in die Klinik ein. Der Eingriff dauert zwischen 60 und 90 Minuten und wird durch Dr. Buser und Dr. Witschi gemeinsam durchgeführt.

Im Anschluss an die Operation informieren wir umgehend Ihre Angehörigen über den Operationsverlauf – es sei denn, dies werde von Ihnen ausdrücklich abgelehnt. Nach einer Phase der Überwachung kommen Sie zurück auf Ihr Zimmer. Wir legen grossen Wert darauf, dass Sie bereits am Tag der Operation aufstehen und einige Schritte gehen.

Während der folgenden drei bis vier Tage werden Sie von der Pflege, der Ernährungsberatung und der Physiotherapie betreut. Tägliche Visiten durch den Operateur sind selbstverständlich, und auch am Wochenende garantieren wir Ihnen eine Visite durch einen Chirurgen von Espace Chirurgie.

Nachkontrollen

Bei einer Übergewichtsoperation verpflichten Sie sich als Patientin oder Patient, die Verlaufskontrollen während der ersten fünf Jahre nach dem Eingriff an einem von der SMOB (Swiss Society for the Study of Morbid Obesity and Metabolic Disorders) anerkannten Zentrum durchführen zu lassen.

Um das beste Ergebnis und eine hohe Patientenzufriedenheit zu gewährleisten, werden die Kontrollen in den ersten fünf Jahren durch Dr. Witschi oder Dr. Buser persönlich durchgeführt. Parallel finden je nach Bedarf Kontrollen bei der Ernährungsberatung statt. Nach Ablauf der Fünfjahresfrist können Sie die jährliche Kontrolle bei Ihrem Hausarzt durchführen lassen.

Allurion – Elipse Magenballon Program

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