Allgemeine Chirurgie

Wir bieten Ihnen eine kompetente und unkomplizierte Therapie aller häufigen chirurgischen Probleme. Kleinere Eingriffe sind direkt im Operationssaal unserer Praxis möglich.

Die Allgemeinchirurgie umfasst die chirurgische Versorgung häufiger Erkrankungen wie z. B. Krampfadern, Hernien, Gallenblasen- und Blinddarmentzündungen, aber auch eingewachsene Zehennägel und Hautveränderungen. Als Gruppenpraxis haben wir die Möglichkeit, Ihnen den bestmöglichen Ansprechpartner für Ihr Problem zu vermitteln und eine durchgehende Betreuung zu gewährleisten – sogar in der Ferienzeit und an Feiertagen. Eingriffe, die in lokaler Betäubung möglich sind, können wir direkt in unserem praxiseigenen Operationssaal durchführen, was Ihnen lange Wartezeiten und zusätzliche Termine erspart. Bei allen Eingriffen, die eine Narkose erfordern, arbeiten wir mit den Hirslanden Kliniken «Linde Biel» und «Permanence Bern» zusammen. Moderne und minimalinvasive Techniken gehören für uns zum Standard.

Operationen der Haut und Unterhaut

Operationen der Haut und der Unterhaut betreffen meist kleinere Geschwülste (Tumore), welche in den allermeisten Fällen gutartiger Natur sind. Häufig handelt es sich um sogenannte Lipome (Fettgewebsgeschwulst), welche von wenigen Millimeter bis über 20 Zentimeter gross werden können. Ein weiterer häufiger Grund für eine Operation im Bereich der Haut und Unterhaut (Subkutis) sind Atherome (Talg-Zysten). Daneben finden sich aber auch bösartige Hauterkrankungen wie der weisse Hautkrebs (Basaliom), der schwarze Hautkrebs (Melanom) sowie entzündliche Veränderungen wie Gewebseiterungen (Abszesse).

Sämtliche Veränderungen im Bereich der Haut oder des Unterhautfettgewebes, die entfernt werden müssen, werden zunächst in der Sprechstunde beurteilt. Wenn aus der Anmeldung der Betroffenen schon hervorgeht, dass eine Entfernung in lokaler Betäubung möglich ist, planen wir dafür bereits entsprechend Zeit in die Erstkonsultation ein. Für Patientinnen und Patienten hat dies den Vorteil, dass sie keine Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.

Je nach Lokalisation des Befunds und seiner Grösse ist die Entfernung oft in lokaler Betäubung möglich. Dabei wird der betroffene Bereich spindelförmig ausgeschnitten, damit die Haut nachher wieder direkt verschlossen werden kann. Liegt eine Entzündung vor, ist ein sofortiger (primärer) Hautverschluss aber oft nicht möglich – andernfalls würde die Entzündung erneut aufflammen. In derartigen Fällen ist eine sogenannte offene Wundbehandlung erforderlich. Dabei heilt die Wunde sekundär zu. Je nach Grösse kann dies einige Tage oder bis zu vier Wochen dauern. Häufig setzen wir dafür die sogenannte Vakuumtherapie ein. Mithilfe eines geschlossenen Schwamm-Unterdrucksystems (VAC-Verband) lässt sich die Heilungszeit deutlich verkürzen. Zwar bedeutet dieses Vorgehen einen erhöhten technischen Aufwand, aber der Vorteil für die Behandelten ist offensichtlich. Auch deshalb werden die Kosten für diese Behandlung vollumfänglich von der Krankenkasse übernommen.

Besteht der Verdacht einer bösartigen Hautveränderung, erfolgt die Entfernung (Exzision) mit einem Sicherheitsabstand. Das herausgeschnittene Präparat wird dann zur sogenannten histologischen Untersuchung eingesandt.

Krampfadern (Varizen)

Krampfadern sind Aussackungen des oberflächlichen Venensystems. Diese treten vor allem im Bereich der Beine auf. Das menschliche Blut wird vom Herz ausgehend über die Arterien in den Körper verteilt. Der Rückfluss erfolgt mehr oder weniger passiv über das Venensystem, welches mit Klappen ausgestattet ist. Diese Klappen sind bei einer Varizenerkrankung defekt. Dadurch kann der Rücktransport des Bluts vom oberflächlichen in das tiefe Venensystem nicht mehr im vollen Masse erfolgen. Es kommt in der Folge zu einem erhöhten Druck in den Venen, welche dann Aussackungen bilden. Da sich diese oberflächlichen Venen unmittelbar unter der Haut befinden, treten Sie sichtbar zum Vorschein. An sich handelt es sich bei Krampfadern um eine gutartige Erkrankung. Für Betroffene können sie nichtsdestotrotz belastend sein.

Als typische, vor allem abends auftretende Symptome gelten geschwollene Beine, Schweregefühl, Spannungsgefühl und Juckreiz. Zusätzlich können sich oberflächliche Venenentzündungen (Thrombophlebitis) bilden. Bei langjährigem Verlauf können aufgrund des erhöhten Drucks unmittelbar unter der Haut sogenannte Ulzerationen (offene Beine) entstehen. Diese sind nur mit sehr hohem technischen Aufwand wieder zur Abheilung zu bringen und für den Patienten meistens mit einer sehr langen Krankheitsgeschichte verbunden.

Diagnose

Schon rein optisch lassen sich die Krampfadern klar lokalisieren. Es ist jedoch entscheidend, klar zu differenzieren, welche Venenabschnitte tatsächlich defekt sind und welche unter Umständen erhalten bleiben können. Zusätzlich muss zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass das tiefe Venensystem im betroffenen Bein vollständig intakt ist. Wäre dies nicht der Fall und man würde dennoch eine Krampfaderoperation durchführen, könnte unter Umständen der Rücktransport des Bluts aus dem betroffenen Bein massiv gestört sein.

Um eine exakte Diagnose zu stellen, ist es daher heute Standard, vor einer Krampfaderoperation eine sogenannte Venenabklärung mittels Ultraschall durchzuführen. Wir führen diese Abklärung nicht selber durch, sondern weisen die Patientinnen und Patienten einem Venenspezialisten (Angiologen) zu. Nach erfolgter Untersuchung entscheiden wir zusammen mit den Patientinnen und Patienten, welche Art der Behandlung möglich ist.

Therapie

Je nach klinischem und Ultraschall-Befund entscheiden wir in der Sprechstunde zusammen mit der Patientin oder dem Patient, ob eine sogenannte endoluminale Therapie mit Laser oder eine herkömmliche Krampfaderoperation erforderlich ist.

Endoluminale Therapie:

Im Rahmen einer Endoluminalen Therapie wird unter Ultraschallkontrolle der untere Venenanteil aufgesucht und in lokaler Betäubung eine feine Sonde in die Vene eingeführt. Dann wird erneut unter Ultraschallkontrolle die Vene wenn möglich auf gesamter Länge von innen mit dem Laser stark erhitzt, sodass sich die Vene zusammenzieht und dann für den Rücktransportes des Bluts nicht mehr zur Verfügung steht. Der Blutfluss wird dadurch automatisch durch die anderen Venen umgeleitet. Je nach Ausmass der zu behandelnden Venen kann der Eingriff 30 bis 90 Minuten in Anspruch nehmen. Er kann problemlos ambulant durchgeführt werden.

Herkömmliche Krampfaderoperation:

Hierbei wird der Zusammenfluss des oberflächlichen und des tiefen Venensystems auf Höhe der Leiste oder der Kniekehle (je nachdem, welches Venensystem betroffen ist) aufgesucht. Die oberflächlichen Venen werden unmittelbar am Abgang zum tiefen System mittels Unterunterbindungen abgehängt. Anschliessend wird ein dünner Draht in die Vene eingeführt und nach unten in Richtung Unterschenkel vorgeschoben. Der Draht wird an der Vene befestigt. Anschliessend lässt sich die Vene auf ihrer gesamten Länge von oben nach unten aus dem Bein ziehen. Wenn nur ein Bein betroffen ist, kann auch dieser Eingriff ambulant durchgeführt werden. Eine OP an beiden Beinen erfolgt unter stationären Bedingungen.

Bei beiden Therapiemöglichkeiten ist anschliessend das Tragen von Stützstrümpfen für mindestens sechs Wochen unbedingt erforderlich. Die Erfolgschancen der zwei Therapien sind gleich hoch. Eine individuelle Behandlung kann daher ganz an die anatomischen Gegebenheiten und die Wünsche der Patientin bzw. des Patienten angepasst werden.

Nach sechs Wochen sehen wir die Operierten wieder in unserer Sprechstunde. Je nach Heilungsverlauf kann dann die sogenannte Kompressionstherapie mit den Stützstrümpfen beendet werden.

Schleimbeutelerkrankungen (Bursitis)

Schleimbeutel sind an praktisch allen Gelenken des Körpers zu finden. Insbesondere an sehr exponierten Gelenken wie Ellenbogen oder Knie können durch oberflächliche Verletzungen und dadurch eintretenden Bakterien Entzündungen auftreten. Zusätzlich kann bei ausgesprochener mechanischer Beanspruchung (z. B. häufiger kniender Arbeitsposition oder Abstützen der Ellenbogen) ein chronischer mechanischer Reiz entstehen.

Symptome

Zu Beginn sind die Beschwerden oft sehr unspezifisch: Ein chronisches Druckgefühl oder ein leichtes Ziehen können Anfangsbeschwerden sein. In einer nächsten Phase treten deutliche Druckschmerzen und eine tastbare Schwellung auf. Zusätzlich lässt sich häufig eine Überwärmung und Rötung des betroffenen Gelenkes beobachten.

Diagnose

Eine Diagnose lässt sich aufgrund der klinischen Untersuchung meist zweifelsfrei stellen. Unterstützend sind manchmal eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgendarstellung des betroffenen Gelenks erforderlich.

Therapie

Man unterscheidet die sogenannte konservative von der operativen Behandlung.

Konservative Therapie:

Die konservative Therapie lässt sich nur im Anfangsstadium erfolgreich durchführen. Diese ist gekennzeichnet durch eine Ruhigstellung des Gelenks. Zusätzlich werden Schmerzmittel verabreicht und lokal gekühlt. Je nach Ausmass kann auch eine Antibiotikatherapie verordnet werden.

Operative Behandlung:

Führt die konservative Therapie nicht zum Erfolg, muss eine Operation durchgeführt werden. Hierbei wird in erster Linie versucht, die meist eitrige Entzündung abfliessen zu lassen. In der akuten Situation kann entzündungsbedingt kaum zwischen Schleimbeutel und Haut unterschieden werden. Aus diesem Grund wird der Schleimbeutel wenn möglich nicht entfernt, sondern nur eröffnet. Anschliessend kann mit einer gleichzeitigen Ruhigstellung und Antibiotikatherapie die entzündliche Reaktion zum Abklingen gebracht werden. Meistens ist dann in einer zweiten Operation die vollständige Entfernung des Schleimbeutels erforderlich.

Gallenblase

Die Gallenblase ist für die Speicherung der aktuell nicht für die Verdauung gebrauchte Gallenflüssigkeit verantwortlich. Gallenflüssigkeit wird in der Leber produziert und über hormonelle Reize, ausgelöst durch die Nahrungsaufnahme, über die Gallenwege in den Zwölffingerdarm abgegeben. Gallenflüssigkeit, die nicht für die Verdauung gebraucht wird, kann in der Gallenblase zwischengelagert werden. Über Jahre hinweg können sich Bestandteile der Gallenflüssigkeit absetzen und verklumpen. Es bilden sich kleinste Festkörper (Konkremente), welche unter Umständen immer grösser werden, sodass regelrechte «Steine» ausgebildet werden.

Statistisch gesehen bilden etwa 15 bis 20 Prozent aller Menschen Gallensteine aus. Aber nur bei etwa der Hälfte der Betroffenen zeigen sich im Laufe ihres Lebens auch Symptome.

Sogenannte Gallenkoliken treten auf, wenn sich kleinste Konkremente aus der Gallenblase heraus in die ableitenden Gallenwege begeben haben und dort zu einer Abflussbehinderung führen. Da die Gallenwege Muskelschläuche sind, können sich diese krampfartig zusammenziehen, was sich als Gallenkolik bemerkbar macht.

Kommt es gleichzeitig noch zu einer entzündlichen Reaktion durch aus dem Darm aufgestiegene Bakterien, reden wir von einer Gallenblasenentzündung.

Symptome

Häufig treten dumpfe bis krampfartige Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauchs auf. Die Schmerzen können aber auch in die rechte Schulter oder den rechten Rücken ausstrahlen. Häufig begleitet sind diese mit Völlegefühl, Übelkeit und teilweise Erbrechen. Bei einer ausgeprägten Entzündung können auch noch Fieber, Abgeschlagenheit und ein schweres Krankheitsgefühl auftreten. Die Maximalvariante stellt die im Volksmund Blutvergiftung genannte Erkrankung dar.

Bei der klinischen Untersuchung findet sich ein sehr schmerzempfindliches Areal vor allem rechtsseitig unter dem Rippenbogen. Die Diagnose wird meistens mittels Ultraschall oder Computertomografie gesichert.

Therapie

Liegt eine Gallenblasenentzündung bei gleichzeitigen Gallenstein (Cholecystitis bei Lithiasis) vor, ist die operative Entfernung der Gallenblase die Therapie der Wahl. Unter Umständen wird vor der Operation noch eine Antibiotikabehandlung eingeleitet. Deuten sowohl die Laboruntersuchung als auch der Ultraschall darauf hin, dass ein kleines Konkrement den Gallengang vollständig verstopft haben könnte, muss das Konkrement vor der Operation entfernt werden. Dies gelingt über eine erweiterte Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung mit Darstellung der Gallenwege (ERCP). Ist der Gallengang freigeräumt und der Abfluss wieder gewährleistet, muss unter Umständen nicht notfallmässig operiert werden. In jedem Fall empfehlen wir aber, die Gallenblase im Laufe der nächsten sechs bis acht Wochen zu entfernen.

Operation

Bei den allermeisten Patienten kann die Gallenblase mittels der sogenannten Schlüssellochmethode (Laparoskopie) entfernt werden. Dabei wird am Bauchnabel über einen etwa zwei Zentimeter grossen Schnitt eine Kamera in den Bauchraum eingeführt. Anschliessend werden zwei bis vier weitere kleine Schnitte gesetzt, um mit Instrumenten in den Bauchraum zu gelangen. Daraufhin kann unter visueller Kontrolle am Monitor die Gallenblase aus der Verwachsung mit der Leber vollständig herausgelöst und die Gallenwege dargestellt werden. Anschliessend – wenn die Anatomie zweifelsfrei sichtbar ist – wird die Gallenblase mittels Clips verschlossen und komplett mit den innenliegenden Steinen entfernt.

In seltenen Fällen, meist im Rahmen von starken Entzündungen, lässt sich die Operation nicht mit der laparoskopischen Technik vollenden. Dann ist es unter Umständen erforderlich einen sogenannten Rippenbogenrandschnitt (parallel zum rechten Rippenbogen) durchzuführen und so die Gallenblase in herkömmlicher Methode zu entfernen.
Ein Gallenblasen-Eingriff kann nur in Vollnarkose und unter stationären Bedingungen durchgeführt werden. Die meisten Patienten bleiben dafür zwei bis vier Tage im Spital. Unmittelbar nach der Operation kann die Nahrungsaufnahme (Kostaufbau) wieder gestartet werden. Nach der Entfernung der Gallenblase gibt es keinerlei Einschränkung für Patientinnen und Patienten bezüglich der weiteren Ernährung. Alles, was bisher gegessen wurde, kann auch weiterhin aufgenommen werden.

Gallenblasen-Polyp

Wie in anderen Organen, etwa dem Dickdarm, können auch in der Gallenblase Schleimhautwucherungen (Polypen) entstehen. Diese sind an sich noch kein Krebs, haben aber ebenfalls wie im Darm eine Tendenz zu entarten, das heisst bösartig zu werden.

Findet man im Ultraschall einen solchen Polypen und ist er weniger als einen Zentimeter gross, so sollte dieser innert sechs bis zwölf Monaten mittels erneutem Ultraschall auf Grössenzunahme untersucht werden. Ab einer Grösse von einem Zentimeter besteht die dringende Empfehlung zur Entfernung des Polypen mitsamt der Gallenblase, da die Wahrscheinlichkeit zum Übergang in ein bösartigen Tumor deutlich ansteigt. 

Gallenblasen-Krebs

Gallenblasen-Krebs (Gallenblasen-Karzinome) ist selten. Die Ursachen sind nicht ganz klar, aber chronische Entzündungen und Polypen der Gallenblase scheinen unter anderem Risikofaktoren darzustellen. Oft wird der Gallenblasen-Krebs zufällig im Rahmen der routinemässig durchgeführten histologischen Untersuchung der Gallenblase nach einer geplanten Operation entdeckt. In jedem Fall erfolgt dann eine Besprechung des weiteren Vorgehens in einem Gremium von Krebsspezialisten (Tumorboard), an welchem wir wöchentlich teilnehmen.

Je nach Tumorstadium ist eine Chemotherapie und eine zusätzliche Teilentfernung der Leber erforderlich. Alle therapeutischen Schritte werden Ihnen durch uns genau erklärt und organisiert.

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom (Carpal-Tunnel-Syndrom oder CTS) ist ein Schmerzsyndrom im Bereich des Finger, welches oft durch Gefühlsstörungen begleitet wird. Ursache ist die Einengung eines Nervs (des sogenannten Nervus medianus) im Bereich des Handgelenks. Hier verläuft dieser Nerv zusammen mit einigen Beugesehnen der Finger durch einen engen Durchgang – den sogenannten Karpaltunnel. Dieser wird von den Handwurzelknochen und von einem zwei bis vier Zentimeter breiten, bindegewebigen Band gebildet.

Der Nervus medianus versorgt Daumen, Zeige-, Mittel- und Teile des Ringfingers sensibel, das heisst er ist für die Weiterleitung von Gefühlsreizen zuständig. Kommt es zu einem dauerhaften Druck auf den Nerv durch eine Einengung des Kanals, resultieren typische Nervenbeschwerden. Dazu gehören Taubheitsgefühle, ein Kribbeln und «Einschlafen» im Bereich dieser Finger, manchmal auch brennende Schmerzen. Die Beschwerden sind oft nachts am stärksten oder bei länger anhaltender gleicher Stellung der Hand, zum Beispiel beim Autofahren oder Lesen. Die Ursache der Einengung ist oft unklar, und Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Diagnose

Oft ist die Diagnose bereits durch die typischen Beschwerden klar. Zur Diagnosesicherung sollten aber neurologische Nervenmessungen durchgeführt werden.

Behandlung

Nicht immer muss operiert werden. Bei milden oder seit kurzem bestehenden Beschwerden kann man oft konservativ behandeln, zum Beispiel mit einer Handgelenksschiene, die nachts getragen wird, und einem entzündungshemmenden, abschwellenden Medikament. Man kann auch mit einer feinen Injektionsnadel lokal ein Kortisonpräparat spritzen. Diese Massnahme hilft meist aber nur für wenige Wochen. Lange bestehende Beschwerden können zu einer Schädigung des Nervs führen, die sich eventuell nicht mehr vollständig erholt. Bei fortbestehenden oder starken Beschwerden ist deshalb eine rasche Operation sinnvoll.

Operation:

Bei der operativen Behandlung des Karpaltunnelsyndroms wird der Nerv aus seiner Einklemmung befreit, indem man das bindegewebige Band durchtrennt, welches das Dach des Karpaltunnels bildet. Der Eingriff erfolgt ambulant und normalerweise in Regionalanästhesie, das heisst ohne Vollnarkose.

Nachbehandlung

Nach der Operation erhalten Patientinnen und Patienten eine Handgelenksschiene, welche die Finger freilässt. Diese Schiene muss bis zur Fadenentfernung nach zwei Wochen regelmässig getragen werden. Die Finger sollen jedoch mehrmals täglich bewegt werden.

Erfolgschancen

Nach rund sechs bis acht Wochen ist die Hand wieder voll belastbar. Die Narbe kann für drei bis vier Monate empfindlich reagieren. Meist verringern sich die nächtlichen Beschwerden schon direkt nach der Operation. Bei längeren Taubheitsgefühlen vor der Operation kann die Regenerationszeit des Nervs aber auch bis zu sechs Monate dauern.

Die Karpaltunnel-Operation ist eine häufig durchgeführte Operationen und hat eine Erfolgsrate von über 90 Prozent. Rückfälle sind sehr selten

Chronische Wunden

Chronische Wunden gehören zu den häufigen Beschwerden. Sie treten insbesondere an den Unterschenkeln auf und benötigen leider oft lange zur Ausheilung. Das ist uns durchaus bewusst – und wir investieren gerne unsere Zeit zusammen mit unseren Patientinnen und Patienten.

Meist sind ältere und kranke Menschen von chronischen Wunden betroffen. Sehr oft existiert keine einzelne Ursache für die Beschwerden, sondern es spielen mehrere Erkrankungen eine Rolle. Patientinnen und Patienten mit «Zuckerkrankheit» (Diabetes mellitus), «Schaufensterkrankheit» (periphere Verschlusskrankheit: pAVK) und chronischer Lymphstauung (Lymphostase) leiden besonders oft unter erschwerter Wundheilung. Bereits eine Bagatellverletzung kann bei ihnen zu einer nicht heilenden Wunde führen.

Behandlungen

Zu einer effektiven Therapie bei chronischen Wunden gehört, dass neben der eigentlichen Wunde auch die Grunderkrankungen möglichst effektiv behandelt wird. Aus diesem Grund arbeiten wir bei chronischen Wunden stets mit spezialisierten Partnern (Infektologen, Diabetologen, Angiologen und Physiotherapeuten) zusammen.

Die Wunden werden von uns beurteilt, wenn erforderlich lokal mechanisch gereinigt und anschliessend mit modernen Wundauflagen (z. B. Alginate oder Vakuum-Verband) behandelt. Aber auch traditionelle und «wiederentdeckte» Materialien wie z. B. medizinischer Honig kommen zur Anwendung.

Zusätzliche Massnahmen

Als weitere Behandlungen ordnen wir Lymphdrainagen, eine Verbesserung der Durchblutung oder die Optimierung der Zucker-Medikamente an. Für diese Therapien verweisen wir Sie an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen.

Leistenbruch

Bei einem Leistenbruch (Leistenhernie, Hernia inguinalis) liegt kein Knochenbruch vor. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Erweiterung einer schon bestehenden Lücke der Bauchwand. Es bildet sich eine Aussackung von Gewebe, die dann als Vorwölbung von aussen sichtbar wird. Das Bauchfell (Peritoneum) stülpt sich nach aussen, oft verbunden mit Fettgewebe und/oder Darm.

Männer erleiden deutlich häufiger einen Leistenbruch als Frauen, und in fast allen Fällen muss der Bruch im Laufe des Lebens operiert werden. Der Zeitpunkt ist aber oft planbar.

Symptome

Folgende Beschwerden treten häufig auf:

  • Vorwölbung in der Leistengegend
  • Ziehende Schmerzen in der Leiste
  • Stuhlunregelmässigkeiten

Notfallsituation:

Eine sogenannte Einklemmung (Inkarzeration) ist lebensgefährlich, tritt jedoch zum Glück nur selten auf. Bei einer Inkarzeration wölbt sich Gewebe vor, wird in der Bruchlücke eingeklemmt und droht abzusterben. Wenn starke Schmerzen bestehen, die Vorwölbung sich hart anfühlt und sich nicht zurückdrücken lässt, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen: In diesen Fällen muss notfallmässig eine Operation durchgeführt werden.

Behandlung

Bei Erwachsenen empfehlen wir stets den Einbau eines Kunststoffnetzes. Mit dieser Massnahme kann die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten (Rezidiv) des Bruches deutlich gesenkt werden.

Wir unterscheiden sogenannt offene Operationsverfahren wie die Technik nach Lichtenstein und minimalinvasive Operationsverfahren wie z. B. die Transkutane Endoskopische Promesh-Plastik (TEPP).

Offene Operation nach Lichtenstein mit Implantation eines Netzes:

Über einen Hautschnitt im Bereich des Leistenbruchs wird der Bruch aufgesucht. Der Bruchsack wird teilentfernt und das restliche Gewebe in der Bauchhöhle versenkt. Die Bruchlücke wird durch spezielle Nähte verschlossen. Zusätzlich wird zur Verstärkung der Bauchdecke ein Kunststoffnetz eingebaut.

Transkutane Endoskopische Promesh-Plastik (TEPP):

Dies ist ein Operationsverfahren in Schlüsselloch-Technik (endoskopisch). Der Bruch wird mit feinen Instrumenten zurückgezogen, ein Kunststoffnetz von der Innenseite hinter das Bauchfell gelegt und so die Bruchlücke abgedeckt. Die gesamte Operation kann durch Videobilder aus dem Bauchraum überwacht werden.

Wenn immer möglich bevorzugen wir die Schlüsselloch-Technik, weil statistisch gesehen weniger Nervenirritationen und daher weniger oft chronische Leistenschmerzen (Schmerzen, die länger als sechs Wochen bestehen) auftreten. Ein zusätzlicher Vorteil: Bei beidseitig bestehenden Leistenbrüchen kann der Eingriff über die gleichen Hautschnitte erfolgen.
Die Operationstechnik wird immer vorab mit den Patientinnen und Patienten besprochen. Dabei spielen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, unter anderem die Grösse des Bruchs, Nebenerkrankungen und vorangegangene Operationen.

Nabel- und Narbenbrüche

Zu einem Bruch kann es fast überall an der Bauchwand kommen. Oft tritt ein Bruch an sogenannten Schwachstellen wie Bauchnabel und Leiste oder im Bereich alter Operationsnarben auf. An einer dieser Stellen wölbt sich der Darm oder das ihm vorgelagerte Fettgewebe durch Bindegewebeschichten und/oder Muskelschichten nach aussen vor.

Nabelbruch

Am Bauchnabel oder auch einige Zentimeter darüber oder darunter im Bereich der Körpermittellinie entstehen besonders häufig sogenannte Bauchwandbrüche (Bauchwandhernien). Diese können optisch sehr störend sein, aber auch Schmerzen oder Einklemmungssymptome verursachen.

Je nach Grösse der Lücke in der Bauchwand kann der Verschluss durch eine Naht erfolgen. Wenn die Lücke eine kritische Grösse erreicht hat (1,5 cm), besteht jedoch ein hohes Risiko, dass eine Naht als alleinige Massnahme wieder ausreissen würde. Wir empfehlen daher zusätzlich zum Nahtverschluss den Einbau eines Kunststoffnetzes. Die Operation kann in offener Technik oder mit der Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) durchgeführt werden. Die Entscheidung richtet sich nach Ihren speziellen Gegebenheiten sowie nach Ihren persönlichen Wünschen.

Narbenbruch

Narbenbrüche entstehen im Bereich von Operationsnarben, die ebenfalls eine Schwachstelle in der Bauchwand darstellen. Brüche treten bei zehn bis 15 Prozent aller Patientinnen und Patienten auf, die im Bereich des Bauches operiert wurden. In diesen Fällen hat der Nahtverschluss nach der vorgängigen Operation nicht ausreichend gehalten. Nun muss in jedem Fall eine zusätzliche Verstärkung mit einem Netz erfolgen. Dies kann erneut entweder offen oder mit der Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) erfolgen. Eine intensive Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten ist in solchen Fällen sehr wichtig: Vieles ist heute mit der Schlüssellochtechnik operierbar, aber nicht immer ist die Technik für die Patientin bzw. den Patienten auch sinnvoll.

Hämorrhoiden

Als Hämorrhoiden bezeichnet man dauerhaft vergrösserte Gefässpolster am oberen Ende des Analkanals. Das Geflecht aus Venen und Arterien ist wichtig für die sogenannte Feinkontinenz: Dank ihr sind wir fähig, kleinste Mengen Luft und Flüssigkeit im Analkanal zurückhalten. Eine krankhafte Vergrösserung der Polster kann Beschwerden wie Fremdkörpergefühl, Stuhlschmieren, Blutungen, Juckreiz und Schmerzen verursachen.

Gradeinteilung

Hämorrhoiden werden klinisch in vier Grade eingeteilt:

Grad 1:
Die Hämorrhoiden befinden sich im Analkanal und sind von aussen nicht sichtbar. Nur bei der proktologischen Untersuchung mit optischen Instrumenten sind sie zu erkennen.

Grad 2: 
Die Knoten treten beim Pressen nach aussen, ziehen sich aber selbständig wieder zurück. 

Grad 3:
Die Hämorrhoiden treten aus dem Analkanal heraus und ziehen sich nicht spontan zurück. Mit dem Finger lassen sie sich jedoch zurückschieben.

Grad 4:
Die Hämorrhoiden treten nach aussen und können nicht mehr von Hand zurückgedrängt werden.

Behandlungen

Wir versuchen stets zusammen mit Ihnen die beste Therapie zu bestimmen. Dafür berücksichtigen wir Ihre individuelle Vorgeschichte, das Stadium der Erkrankung und Ihre persönlichen Wünsche. Wir führen sowohl traditionell bewährte Operationstechniken (Operation nach Ferguson oder nach Longo) als auch neuere, zum Teil deutlich schmerzärmere Verfahren wie die Radiofrequenzablation mittels Raffaelo-Methode durch. Gerne beraten wir Sie zu den in Frage kommenden Möglichkeiten.

Prognose

Für einen dauerhaften Erfolg einer Operation ist es entscheidend, dass auch die Ursachen der Hämorrhoidenbildung behoben werden. Oft kommt dafür eine seit Jahren anhaltende Verstopfung in Frage. Ausführliche Gespräche sind deshalb gerade in der Proktologie sehr wichtig.

Perianalvenenthrombose

Früher wurden diese Beschwerden fälschlicherweise als äussere Hämorrhoiden bezeichnet. Es handelt sich um eine sehr schmerzhafte äussere Schwellung, die plötzlich ausserhalb des Analkanals im Bereich der Haut auftritt. Verursacht wird die Schwellung nicht durch ein Gefässpolster wie bei Hämorrhoiden, sondern durch ein lokales Blutgerinnsel. Die Perianalvenenthrombose ist jedoch kein Zeichen einer generellen Thromboseneigung und hat mit einer Beinvenenthrombose oder Lungenembolie nichts zu tun.

Hautlappen am After (Marisken)

Marisken sind Hautlappen aussen am After. Sie sind harmlos, können aber die Analhygiene und damit die Lebensqualität beeinträchtigen und Juckreiz verursachen. Marisken können ähnlich aussehen wie Hämorrhoiden, anale Feigwarzen oder Analkrebs. Aus diesem Grund sollten Sie sämtliche auffälligen Beobachtungen im Bereich des Enddarms im Rahmen einer proktologischen Untersuchung beurteilen lassen.
Je nach Grösse können Marisken mittels Lokalanästhesie direkt in der Praxis oder auf Wunsch auch unter Teil- oder Vollnarkose im Operationssaal entfernt werden.

Risse der Afterschleimhaut (Fissuren)

Ein Einriss der Afterschleimhaut auf Höhe des Schliessmuskels wird als Fissur bezeichnet. Ursachen dafür sind oft harter Stuhlgang oder anales Eindringen beim Geschlechtsverkehr. Der Bereich um den Schliessmuskel ist sehr empfindlich, weshalb der Einriss in vielen Fällen starke Schmerzen verursacht. Oft beobachtet man auch hellrote Blutauflagerungen auf dem Stuhlgang oder am Toilettenpapier.

Behandlungen

Eine früh erkannte Fissur kann in über 80 Prozent aller Fälle ohne Operation zur Abheilung gebracht werden. Die Therapie erfolgt mit stuhlregulierenden Medikamenten, Schmerzmitteln und Salben, welche die lokale Durchblutung verbessern. Für das Gelingen dieser konservativen Therapie ist die Mitarbeit der Patientinnen und Patienten sehr wichtig. Weil wir die Ursache und das Therapiekonzept stets ausführlich erklären, ist dies allerdings meist problemlos möglich.

In jedem Fall versuchen wir zuerst ohne Operation einen Therapieerfolg zu erzielen. Kommt es trotz konsequenter Therapie nicht innert 6 Wochen zu einer Abheilung oder bestehen die Beschwerden seit geraumer Zeit, muss eventuell dennoch ein operativer Eingriff vorgenommen werden.

Abszesse und Fisteln

Eine röhrenartige Verbindung zwischen einem Abszess und der Aussenhaut wird als Fistel bezeichnet. Eine Analfistel entsteht oft durch eine Entzündung in den Afterdrüsen (Krypten). Diese kann zu einer abgekapselten Eiteransammlung (Abszess) führen. Die Entzündung bahnt sich daraufhin einen Weg von der inneren Fistelöffnung im Analkanal nach aussen zur Haut, über welche sich dann Eiter oder Flüssigkeit entleert.

Analfisteln können auch infolge einer chronischen Analfissur (Afterriss) entstehen. Dabei kann es zur bakteriellen Besiedelung und einer chronischen Entzündung kommen, die langsam in die Tiefe vordringt und den Schliessmuskel durchdringt. Erreicht die Entzündung die Hautoberfläche, ist die Fistel komplett durchgängig.

Auch im Rahmen einer entzündlichen Darmerkrankung (z. B. Morbus Crohn) können Fisteln auftreten. Hierbei entstehen häufig komplizierte Fisteln, die alle Muskelschichten durchdringen oder Gänge zur Bauchdecke oder zum Gesäss hin bilden.

Behandlungen

Da Fisteln nur sehr selten spontan abheilen, ist praktisch immer eine Operation nötig. Im Rahmen des Eingriffs wird der Fistelkanal und das umgebende Gewebe entfernt. Die Operationswunde bleibt bewusst offen und heilt narbig aus. Der Heilungsprozess bei einer offenen Wundbehandlung dauert vier bis sechs Wochen. Die Erfolgsquote bei unkomplizierten, oberflächlichen Fisteln beträgt bis zu 90 Prozent.

Bakteriell infizierten Fisteln oder solche, die einen Grossteil des Schliessmuskels betreffen, sind komplizierter in der Behandlung. Aufgrund der entzündlichen Veränderung des Gewebes ist es zu Beginn häufig nicht möglich, die Situation abschliessend zu beurteilen. Eine sogenannte Fadendrainage hält in solchen Fällen den Fistelgang offen, damit die Entzündung über einige Wochen abklingen kann. Die eigentliche operative Versorgung der Fistel erfolgt erst später. Hierzu existieren mittlerweile mindestens zehn unterschiedliche Oerationsverfahren. Derzeit ist jedoch keine dieser Methoden in jeder Hinsicht vollumfänglich befriedigend. Die Heilungsraten liegen zwischen 20 und 90 Prozent.

Operationstechniken im Überblick:

Analfistelspaltung (Fistulotomie)

Der Fistelgang wird gespalten und vollständig herausgelöst. Etwa 20 Prozent des Schliessmuskels können durchtrennt werden, ohne mit einer Funktionseinschränkung rechnen zu müssen. Wird ein grösserer Bereich durchtrennt, kann der Schliessmuskel mit Nähten wieder verschlossen (rekonstruiert) werden. Nach einer Spaltung der Fistel werden Heilungsraten bis zu 90 Prozent erreicht.

Rektaler Mucosa-Verschiebelappen (Flap):

Durchdringt eine Fistel den Schliessmuskel (Sphinkter) vollständig, so ist die Operation komplexer: Hier sollte der Gang von aussen bis zu der Stelle, wo der Schliessmuskel durchstösst wird, entfernt werden. Der Anteil des Gangs innerhalb des Muskels wird ausgekratzt und der Muskel darüber vernäht. Die Öffnung im Darm, also die innere Fistelöffnung, wird zusätzlich noch mit einem Schleimhautlappen (Flap) verschlossen. Dieser arbeitet wie ein Deckel, der die innere Öffnung abdichtet.

Faden-Einlage (Seton-Einlage):

Unter einem Seton versteht man einen Faden oder eine Gummilasche, der/die in eine Fistel eingezogen wird. Damit schafft man einen kontrollierten Abfluss und kann so eine Infektion abklingen lassen. Gleichzeitig «härtet» der Fistelgang aus und wird regelrecht konditioniert. Oft verbleibt ein Seton einige Monate in der Fistel, bis die definitive Operation geplant werden kann.
Da der grösste Teil der Patienten nach einigen Wochen sehr gut mit diesem kontrollierten Abfluss zurechtkommt, stellt auch eine dauerhafte Behandlung mit einem Seton eine Option dar.

Ligation of Intersphincteric Fistula Tract (LIFT):

Die LIFT-Operation gehört zu den aktuell vielversprechendsten Operationstechniken. Dabei wird der Fistelgang im Schliessmuskel aufgesucht und durchtrennt. Zusätzlich wird auch noch der äussere Anteil des Fistelganges bis auf Höhe des Schliessmuskels entfernt.

Feigwarzen (Kondylome)

Kondylome werden durch das Humane Papillomavirus (HPV) verursacht. Es handelt sich dabei um prinzipiell gutartige Geschwülste. Sie zeigen sich meist als weissliche Knötchen und kommen um den After herum, im Analkanal oder bei Frauen im Bereich der Scheide vor.

Die Ansteckung erfolgt grösstenteils über Geschlechtsverkehr, ist aber auch durch eine Schmierinfektion möglich. Bis zu 60 Prozent der Erwachsenen sind mit dem Virus infiziert.
Zu den Symptomen gehören Juckreiz, Nässen und Fremdkörpergefühl.

Behandlungen

Vereinzelt auftretende äussere Kondylome können mit Salben und Lösungen behandelt werden. Bei stärkerem Befall sowie bei Vorkommen im Anus oder in der Scheide ist eine Therapie mittels Elektrokoagulation oder speziellem Laser erforderlich. Oft reicht eine einmalige Behandlung nicht aus, da Kondylome häufig erneut auftreten. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige Nachkontrolle notwendig.

Steissbeinfistel (Sinus pilonidalis)

Die Steissbeinfistel ist eine Erkrankung in der Steissbeinregion, bei der durch Einspriessen von Haaren in die Haut eine Entzündung entsteht. Aus dieser Entzündung kann sich anschliessend eine Fistel bilden. Die Erkrankung kann akut verlaufen mit einer abgekapselten Eiterung (Abszess) oder chronisch mit Fistelbildung und wiederkehrend nässender Schwellung.

Behandlungen

Eine Heilung ist nur durch eine Operation möglich. Im akuten Stadium steht die operative Öffnung des Abszesses im Vordergrund. Bei chronischem Verlauf ist die sparsame Entfernung der äusseren Fistelöffnung meist die Therapie der Wahl, aber auch eine Laser-Behandlung ist möglich. Bei sehr grossen Fisteln kann eine plastische Rekonstruktion der Haut erforderlich sein.

Divertikulitis

Kleine, grundsätzlich harmlose Ausstülpungen der Darmschleimhaut werden als Divertikel bezeichnet. Sie bilden sich im Laufe des Lebens bei bis zu 70 Prozent aller Menschen. Bei einer Divertikulitis entzünden sich diese Ausstülpungen. Am häufigsten ist der Darmabschnitt im linken Unterbauch (Sigma) betroffen. Das Spektrum der Beschwerden reicht von einer schleichenden, kaum wahrnehmbaren Entzündung bis hin zum lebensbedrohlichen, sehr schmerzhaften Darmdurchbruch.

Symptome

Symptome für eine Divertikulitis sind ein plötzlich auftretender Schmerz über dem betroffenen Darmabschnitt, begleitet von Fieber, Übelkeit, Erbrechen und einer Veränderung des Stuhlverhaltens – von Durchfall bis zu Verstopfung.

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt mittels Ultraschall und/oder einer CT-Untersuchung des Bauchs. Nach Abklingen der Symptome sollte auch eine Darmspiegelung erfolgen, um bösartige Erkrankungen des Dickdarms auszuschliessen.

Behandlungen

Die Behandlung erfolgt meist mittels Antibiotika, ambulant oder in schweren Fällen auch stationär.Bei wiederholten Entzündungen oder schwerem akuten Verlauf ist eine operative Entfernung (Resektion) des betroffenen Darmabschnitts zu erwägen. Die Resektion erfolgt meist in sogenannter Schlüsselloch-Technik (Bauchspiegelung, Laparoskopie).

Ein zeitweiser künstlicher Darmausgang (Stoma) ist heute nur noch sehr selten erforderlich. Ein Stoma muss aber immer als letzte Option zur Verfügung stehen, um die Gesundheit der Betroffenen in schweren Entzündungssituationen wiederherstellen zu können. Wir klären unsere Patientinnen und Patienten daher stets auch über diese Notfallsituation auf. 

Gerne empfangen wir Sie an unseren Standorten in Bern und Biel.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie ihren Browser um die Seite korrekt anzuzeigen: https://browsehappy.com/;